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Lüneburg

Ihre Ansprechpartner vor Ort...


Das planen wir für Sie:

SoVD und Politik ziehen an einem Strick

Wer sich für soziale Gerechtigkeit einsetzt, muss sich mit Politik beschäftigen und denen, die sie machen. Deshalb lädt der SoVD Lüneburg traditionell zu seinem Jahresempfang Politiker aller Parteien ein. „Der SoVD kann Politik nicht ausklammern“, betonte Vorsitzender Joachim Roemer. Ob es nun gegen rechts geht oder darum, dass beim Inflationsausgleich die Rentner schlichtweg vergessen wurden. „Wir sind nicht alle gleich, aber wir sind alle für soziale Gerechtigkeit“, verwies Roemer darauf, dass man bei kontroversen Themen nicht alle über einen Kamm scheren kann.

Die anwesenden Politiker gaben dem Vorsitzenden recht. „Der SoVD und die SPD haben die gleiche Grundphilosophie“, beurteilte SPD-Bundestagsabgeordneter Jakob Blankenburg. „Nur, dass wir in dem Versuch etwas zu verbessern manchmal die Bürokratie verschlimmern und da kommt der SoVD ins Spiel.“ Er betonte, der SoVD gehöre zu den ersten Ansprechpartnern der Regierung, wenn es darum gehe neue Gesetze zu formulieren.

Hiltrud Lotze (SPD), ehrenamtliche Bürgermeisterin der Hansestadt Lüneburg lobte vor allem, die Kooperation des SOVD Lüneburg mit anderen sozialen Verbänden wie etwa der AWO. „Da gibt es sicher neben den Fahrten viele Berührungspunkte .“ Wie zuvor auch schon Blankenburg betonte sie, dass für die ausufernden Erbpachten in der Hansestadt eine Lösung gefunden werde müsse. Weitere Aufgaben sieht sie darin, günstigen Wohnraum zu schaffen und Mobilität sinnvoll zu entwickeln. „Wir brauchen Platz für Fahrräder aber auch Möglichkeiten, mit dem Auto in die Stadt zu kommen.“

Für die CDU erklärte Wolfgang Goralczyk, dass soziale Gerechtigkeit wichtig sei und er Ungerechtigkeiten aus seinem eigenen Leben kenne. „Das sind Themen, die uns alle betreffen.“

Als weiteren Gast hatte Roemer die neue Geschäftsführerin des Paritätischen, Heike Clasen-Gaß eingeladen, die den Jahresempfang zum Anlass nahm, sich und den Paritätischen, der auch Dachverband des SoVD ist, kurz vorzustellen.

„Soziale Arbeit kann einen den ganzen Tag beschäftigen“, resümierte Roemer abschließend. „Wie gut, dass die Politik mit uns zusammenarbeitet.“


Das Büro des Ortsverbandes Lüneburg feierte seinen 20. GeburtstagVor Ort mit den Menschen ins Gespräch kommen

Die im Wind flatternden roten Ballons signalisieren schon von Weitem: In der Lünertorstraße 11 wird gefeiert. Seit 20 Jahren hat hier der Ortsverband Lüneburg seine Geschäftsstelle, in der Mitglieder und Interessenten Ansprechpartner rund um den SoVD bekommen können. „Die Lage hier zwischen dem Bahnhof und der Innenstadt ist ideal“, freut sich Vorsitzender Joachim Roemer. „Wir haben viel Laufkundschaft und auch Menschen, die einfach vor dem großen Schaufenster stehen bleiben und die Informationen lesen.“

Das kleine Büro mit seinen zwei Räumen bietet dem Ortsverband alles, was er für die Betreuung der rund 2300 Mitglieder braucht. An drei Schreibtischen kann hier gearbeitet werden und zusätzlich bietet im Nebenraum ein kleiner Besprechungstisch die Möglichkeit von Gesprächen in Privatsphäre. Auch wenn der Vorstand die rechtliche Beratung den Profis im Beratungsbüro Bei der Ratsmühle überlässt, ist das Team doch erster Ansprechpartner für viele Fragen rund um den SoVD und die Veranstaltungen, die vor Ort angeboten werden.

„Wir sind dienstags und donnerstags immer hier und jederzeit auch nach Vereinbarung“, sagt Roemer. Im Büro finden Vorstandssitzungen ebenso statt wie Gespräche mit Politik, Verwaltung und anderen Verbänden. Roemer setzt auf professionelle Arbeit, die – wo immer es möglich ist – digital abgewickelt wird und so auch die Erreichbarkeit für Mitglieder garantiert.

Heute war es in dem Büro ganz besonders voll, denn viele Mitglieder nutzten die Chance, sich gemeinsam mit dem Vorstand über das Jubiläum zu freuen. Sie alle brachten Glückwünsche oder kleine Präsente als Dankeschön für die Arbeit des SoVD mit. „Ich habe zwei Jahre lang für meine Erwerbsminderungsrente gekämpft“, berichtete Margret Hachmeister (73). „Und der SoVD hat es endlich geschafft.“ Seitdem ist sie Mitglied, denn sie weiß: „Wenn irgendetwas ist, steht mit der SoVD zur Seite.“

Stimmungsvolle Ehrung für langjährige Mitglieder

Zur Adventsfeier des SoVD-Ortsverbandes Lüneburg im KredO Lüneburg hatten sich 43 Teilnehmer angemeldet. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stand die Ehrung langjähriger Mitglieder. Insgesamt 15 Auszeichnungen überreichten Vorsitzender Joachim Roemer und seine Stellvertreterin Marlies Krüger. Mit dabei waren nicht nur Mitglieder, die für ihre 25- oder 10-jährige Mitgliedschaft Urkunde und Anstecknadel erhielten - Gekommen waren ebenfalls solche, die bereits über 30 Jahre im Verband sind. Besonders gratulierte Joachim Roemer Georg Becker, der seit 43 Jahren dem SoVD die Treue hält.

Den Veranstaltungsraum im Gemeindezentrum KredO auf dem Lüneburger Kreideberg hatten Sigrid und Eduard Kolle festlich geschmückt. Sonja Hardt, Brigitte Kohn, Marlis Krüger, Gudrun Scheel und Monika Kalb hatten Kuchen und Kekse gebacken, denn die gehören zu einer Adventsfeier einfach dazu.

Eduard Kolle unterhielt die Anwesenden mit amüsanten Geschichten und Hartmut Mennerich sorgte auf dem Akkordeon für den passenden musikalischen Rahmen.

Zum Abschluss erinnerte Joachim Roemer an die vielen Menschen, die auf der Welt unter Krieg, Verfolgung und den Auswirkungen des Klimawandels leiden. Er bat alle, sich für diese Menschen einzusetzen und dazu beizutragen, mit gutem Beispiel für Frieden, Freiheit und sozialer Gerechtigkeit voranzugehen. „Der SoVD wird dabei weiterhin ein starker sozialer Partner sein“, sagte er und versprach auch im kommenden Jahr viele abwechslungsreiche Veranstaltungen für seine Mitglieder und Interessierte zu organisieren.

Was bedeutet rechtliche Betreuung?

Um die rechtliche Betreuung ging es bei der letzten Vortragsveranstaltung in diesem Jahr, zu der der SoVD-Ortsverband Lüneburg in das Museum Lüneburg eingeladen hatte. Wenn jemand nicht mehr in der Lage ist, selbstverantwortlich Entscheidungen über sein Leben und seine Finanzen zu tragen, braucht er Hilfe. Das ist entweder ein rechtlich bestellter Betreuer oder eine Person, die derjenige selbst in einer Vorsorgevollmacht benannt hat.

Diplom-Sozialarbeiterin Dana Beecken vom Betreuungsverein Lüneburg stellte zunächst den Verein und seine Aufgaben vor: „Wir beraten und unterstützen ehrenamtliche Betreuer in ihrer anspruchsvollen und verantwortlichen Arbeit“, erklärte sie. „Wir bieten Fortbildungen an und stehen den Beratern bei ihrer teilweise sehr belastenden Tätigkeit mit Rat und Tat zur Seite.“ Als staatlich anerkannter Betreuungsverein gehören zu den Aufgaben aber auch die Gewinnung ehrenamtlicher Betreuer, Seminarangebote sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Ausführlich ging Diana Beecken auf die Fragen ein, wann eine rechtliche Betreuung notwendig sei, welche Rechte die Betreuten haben und was der Betreuer zu leisten und zu dokumentieren habe. „Ein Betreuer wird immer durch das Betreuungsgericht am Wohnort bestellt und überwacht“, sagte sie.

Abschließend erläuterte die Fachfrau die Unterschiede zwischen Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen. In der Vorsorgevollmacht kann man viele Dinge in seinem Sinne regeln, bevor der Betreuungsfall eintritt. Diese Vollmacht hat später sogar Vorrang vor einer gesetzlichen Regelung, wenn der Bevollmächtigte Wünsche des Betreuten ebenso gut erfüllen kann, wie eine offiziell bestellter Betreuer. Diana Beecken warnte jedoch: „Zu den bevollmächtigten Personen sollte ein uneingeschränktes Vertrauensverhältnis bestehen, da im Gegensatz zur rechtlichen Betreuung der Bevollmächtigte nicht gerichtlich kontrolliert wird.“

Mehr zum Betreuungsverein Lüneburg und seinen Aufgaben finden Sie im Internet unter www.betreuungsverein-lueneburg.de.

Wegweiser im Rentendschungel

Rente und Erwerbsminderungsrente gehören zu den zentralen Beratungsangeboten des SoVD. Das Interesse ist groß. Das zeigte sich bei der Informationsveranstaltung, zu der der SoVD Ortsverband Lüneburg in den Marcus-Heinemann-Saal des Museums Lüneburg eingeladen hatte. Nur wenige Plätze im Raum waren frei geblieben.

Abwechselnd referierten Beate Lockemann und Sebastian Ernst aus dem Beratungszentrum Lüneburg zu beiden Themen. Was auf den ersten Blick einfach erschien, entwickelte sich zu Varianten, die die Betroffenen vor manchmal komplizierte Entscheidungen stellen.

Was ist für jeden einzelnen der richtige Weg: Die reguläre Altersrente, die Altersrente für langjährig und besonders langjährig Versicherte oder gibt es für schwerbehinderte Menschen besondere Regelungen? Rechtsanwältin Beate Lockemann erläuterte die Varianten und ging auf möglich Abschläge und Hinzuverdienstmöglichkeiten ein.

Noch komplizierter wurde es beim Thema Erwerbsminderungsrente. Sozialberater Sebastian Ernst erklärte die Ansprüche und unter welchen Voraussetzungen sie gegeben sind. Dabei ging es vor allem um die Fragen, wie lange Betroffene täglich arbeiten können und welche Arbeit zumutbar ist.

Aus der Praxis im Beratungszentrum wussten beide Referenten zu berichten, dass die Durchsetzung der Ansprüche nicht immer einfach ist. Häufig sperren sich die zuständigen Stellen, den Bedarf anzuerkennen.

„Aber dazu gibt es ja den SoVD“, betonte Beate Lockemann. „In vielen Fällen kann durch Widerspruch und Klage und manchmal auch durch einen Vergleich ein gutes Ergebnis für die Mitglieder erzielt werden.“

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Saal trugen mit vielen Fragen und Berichten aus eigener Erfahrung dazu bei, dass Joachim Roemer als Ortsvorsitzender auf eine sehr gelungene Veranstaltung zurückblicken konnte und beide Referenten mit großem Applaus verabschiedet wurden.

Mehr zum Thema Rente gibt es auf der Internetseite des SoVD unter www.sovd-nds.de/beratung/rente.

Stadtteilhäuser sind Orte der Begegnung

In den Lüneburger Randgebieten gibt es zehn so genannten Stadtteilhäuser - Begegnungsorte, an denen das Miteinander der Generationen aktiv gelebt wird. Sie bieten Raum für gemeinsame Aktivitäten und Nachbarschaft. Über die Entwicklung der sozialen Arbeit und das Stadtteilmanagement in der Hansestadt Lüneburg referierte Demografiebeauftragter und Jugendamtsleiter Thorsten Treybig kürzlich bei einem Vortragsabend des SoVD-Ortsverbandes Lüneburg.

„Die Stadtteilarbeit begann vor gut 20 Jahren und war zunächst auf eine dezentrale Jugendarbeit ausgerichtet“, berichtete Treybig aus den Anfängen. In den Folgejahren stieg nicht nur die Zahl der Stadtteilhäuser, auch die Ausrichtung wurde erweitert. So wird heute vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auch ein besonderer Blick auf die Teilhabe von Senioren.

„Das Stadtteilmanagement verfolgt den Ansatz der Mehrgenerationenarbeit“, betonte Treybig. „Ziel ist Offenheit, unabhängig von Alter oder Herkunft.“ Jede und jeder ist willkommen, Jüngere helfen Älteren und umgekehrt. Das Stadtteilmanagement integriert unterschiedliche Handlungsansätze und Methoden der sozialen Arbeit wie etwa niedrigschwellige Beratung, Kultur- und Bildungsarbeit, Netzwerkarbeit, Bedarfsermittlungen, Gemeinschaft und Selbstbestimmung stärkende Beteiligungsmethoden. Die Bedeutung der Arbeit für und mit Geflüchteten nimmt stetig zu, wie Treybig berichtete

Die Stadtteilhäuser werden von der Hansestadt Lüneburg gemeinsam mit freien Trägern und Kirchengemeinden betrieben. Zu ihnen gehören das Geschwister-Scholl-Haus als Mehrgenerationenhaus am Bockelsberg, das Bonhoeffer Haus in Rettmer/Häcklingen, das HaLo in Neu Hagen, das ELM in Ebensberg/Lüne/Moorfeld, das KredO am Kreideberg und das zentral am Rande der Innenstadt gelegene SalinO. Aber auch in den Bürgertreffs in Kaltenmoor und Am weißen Turm und im Stadtteilbüro im Hanseviertel werden Angebote für und mit den in diesen Stadtteilen lebenden Menschen organisiert.

„Der SoVD Ortsverband Lüneburg nutzt das Stadtteilhaus KredO für seine Adventsfeiern und engagiert sich seit vielen Jahren auf dem Stadtteilfest in Kaltenmoor“, so Ortsvorsitzender Joachim Roemer. Die Zeit für die Vortragsveranstaltung reichte kaum aus, denn aus dem Publikum kamen viele Fragen und Berichte über eigenen Erfahrungen mit der Stadtteilarbeit.

Eine Kirche unter der Kirche

Einmal die Michaeliskirche bis in die Spitze erkunden – diese Chance hatte kürzlich eine Besuchergruppe, des SoVD-Ortsverbandes Lüneburg. Unter Leitung von Carl-Heinz Eggeling lernten die 45 Teilnehmer die Kirche auf völlig neue Weise kennen. Über dem Kuppeldach des Kirchenschiffes und bis in den Glockenturm ging es an dem Nachmittag

Zunächst ging es 150 Stufen die schmale Wendeltreppe im Kirchturm hoch. Nach einem Stopp im Zwischengeschoss folgte ein weiterer Anstieg, hoch bis in den Glockenturm. Dort erklärte Carl-Heinz Eggeling die Geschichte der 600 Jahre alten Kirche und ihre besondere Bauweise.

Vom Turm aus wanderten die Gäste über das Gewölbe des Kirchenschiffs, ein außergewöhnliches Erlebnis die Kirchendecke mit ihren Kuppeln von oben zu sehen. Carl-Heinz Eggeling mahnte zur Vorsicht, den der Weg über die Planken war schmal.

Wieder auf dem Boden der Kirche angekommen, ging es noch eine Etage tiefer, denn die St. Michaeliskirche verfügt über eine Unterkirche, auf die die Hauptkirche aufgebaut wurde.

Die rundum begeisterten Teilnehmer bedankten sich bei Carl-Heinz Eggeling und beim SoVD und spendeten großzügig für die Kinder-und Jugendarbeit der Gemeinde. Aufgrund des großen Interesses konnten nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden. „Wir haben eine Warteliste angelegt“, sagte Ortsvorsitzender Joachim Roemer. „Vielleicht gibt es im Herbst eine weitere Chance auf dieses tolle Ereignis.“

Bis in den Himmel hinauf

Hoch hinauf in den blauen Himmel gingen die Blicke beim Besuch der Lüneburger Feuerwehr. Feuerwehrsprecher Daniel Roemer hatte die Drehleiter aus der Halle gefahren und aufgestellt. Auf Einladung des SoVD Ortsverbandes Lüneburg waren 20 Mitglieder und Angehörige zur Wache in der Lise-Meitner-Straße gekommen.

In zwei Gruppen besichtigten sie unter fachkundiger Führung von Dieter Heinatz und Bernd Rothardt aus der Altersabteilung zunächst die Ausstellung historischer Ausrüstung und Bekleidung. Besonders die technische Entwicklung über den Lauf der Jahrzehnte beeindruckte die Teilnehmer.

Nachdem die Räume der Einsatzleitung, die Küche und weitere Räume der Wache begutachtet waren, ging es in die Fahrzeughalle. Dort öffneten die Brandexperten Fahrerkabinen und die Klappen zu den Gerätschaften und erläuterten deren Verwendung.

Der Höhepunkt des Nachmittages jedoch war es, die Drehleiter in Aktion zu erleben. Nicht nur die Kinder staunten über die Einsatzmöglichkeiten.  Das Mitfahren war eigentlich nicht erlaubt. Doch Feuerwehrsprecher Daniel Roemer ließ die Kids dann doch in den Korb einsteigen und fuhr mit ihnen eine kleine Runde über den Köpfen der Erwachsenen.

Mit dem Besuch der Lüneburger Feuerwehr hatte der SoVD Ortsverband Lüneburg sein diesjähriges Programm erweitert. Zu den Veranstaltungen werden die Mitglieder per Email eingeladen und auch die Lünepost hatte den Termin großzügig abgedruckt. Neben der individuellen Beratung haben die Mitglieder fast monatlich  Gelegenheit, an interessanten Angeboten teilzunehmen.

Lange Schlange beim SoVD-Stand

Seit Jahren mit einem Stand dabei ist der Ortsverband Lüneburg des SoVD. Marlis Krüger, Sonja Hardt, Birgit Krohn, August-Wilhelm Krug, Thomas Franke und Joachim Roemer hatten ihren roten Pavillon an zentraler Stelle aufgebaut. Das Glücksrad mit vielen kleinen Gewinnen lockte Alt und Jung an und so bildete sich eine nicht endende Schlange. Das Team des Ortsverbands Lüneburg gönnte sich keine Pause. Denn neben dem Glücksrad mussten Hunderte Luftballons aufgeblasen werden.

Und natürlich gab es auch Auskünfte zur Arbeit des Sozialverbandes. Auf einem Tisch waren Broschüren und Flyer ausgebreitet, so dass sich die Besucher umfangreich informieren konnten.

Für den Ortsverband Lüneburg mit seinen rund 2300 Mitgliedern ist das Stadtteilfest in Kaltenmoor eines der wichtigsten Ereignisse im Jahr, denn nirgendwo sonst werden so viele Menschen an einem Tag erreicht.

Deswegen schaut das Team bereits auf das kommende Jahr und überlegt, wie 2024 die Besucher wieder an den Stand des SoVD gelockt werden können.

Sicherheit beginnt beim Passwort

Referenten waren Kriminalhauptkommissar Michael Falk vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen sowie Kriminalhauptkommissar Pierre Keßler und Hauptkommissar Aike Thomas aus dem Team Cyberkriminalität.

"Sicherheit im Internet beginnt beim Passwort", betonte Keßler. Wer sich in ein E-Mail-Konto hacken könne, der habe fast uneingeschränkten Zugang, denn er könne überall neue Passwörter anfordern und sich so Zugang zu Online-Bestelldiensten, Banken und anderen Einrichtungen verschaffen. „Achten Sie auf ein langes, gut verschlüsseltes Passwort", riet der Experte.  Die zweite eindringliche Empfehlung lautete: „Geben Sie nie Passwörter heraus und nutzen Sie soweit möglich eine 2-Wege Authentisierung.

Eindrucksvoll erläuterten die IT-Fachleute, wie sich Kriminelle über Viren und Würmer Zugang zum Computer verschafften, wie sie Identitätsdiebstahl begingen oder wie sie sich - Phishing genannt - über gefälschte Webseiten, E-Mails oder Kurznachrichten als vertrauenswürdiger Kommunikationspartner in einer elektronischen Kommunikation ausgeben, um an persönliche Daten eines Internet-Benutzers zu gelangen.

Dabei lauerten die Gefahren nicht nur auf Internetseiten mit pornografischen, extremistischen oder gewaltverherrlichenden Inhalten. Die Täter würden auch seriöse Seiten fälschen und so einen vertrauenswürdigen Eindruck erwecken, wie etwa die von Banken. Wie man diese Seiten dennoch erkennen könnte, erklärten die Polizeikommissare an verschiedenen Beispielen. Grundsätzlich rieten sie: "Achten Sie auf einen guten Virenschutz auf Ihrem Rechner und installieren Sie alle aktuellen Updates, denn so werden Datenlecks geschlossen."

Auch ein Schlenker zu Schockanrufen und der immer mehr zunehmenden Nutzung von SMS und WhatsApp beim "Enkeltrick" fehlte in dem sehr informativen Beitrag nicht.

Immer wieder mahnten die Referenten zur Vorsicht im Internet. Und wenn doch etwas passieren würde: "Dann verständigen Sie auf jeden Fall die Polizei." Diese sei rund um die Uhr erreichbar und sollte so schnell wie möglich informiert werden. Gemeinsam kann häufig nach Lösungen gesucht werden, den entstandenen Schaden zu begrenzen oder zu vermeiden.

Lobbyarbeit für die, die keine Lobby haben

Beim Jahresempfang des SoVD-Ortsverbandes Lüneburg war das Bootshaus der Marinekameradschaft bis auf den letzten Platz besetzt. Ortsvorsitzender Joachim Roemer begrüßte Bürgermeisterin Christel John, SPD-Landtagsabgeordneter Phillip Meyn, CDU-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Goralczyk  und den Regionalgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Christoph Seese.

In seiner Begrüßung betone Joachim Roemer die Bedeutung des SoVD in der Hansestadt: „Wir machen Lobbyarbeit für diejenigen, die keine Lobby haben.“ Dabei müsse der SoVD keine Kompromisse schließen. „Unsere Forderungen basieren auf dem, was wir für die betroffenen Menschen für notwendig erachten.“ Aufgabe der Politik sei es dann, konkrete Lösungen zu beschließen.

Für Mitglieder des SoVD und für Betroffene hat der Sozialverband in dreifacher Hinsicht Bedeutung: Im Ortsverband bietet ein umfassendes Angebot an Vorträgen und Veranstaltungen. Im Beratungszentrum wird konkrete Hilfe gewährt bis hin zur Klagevertretung. Im Bundes- und im Landesverband erfolgt die verbandspolitische Arbeit.

Roemer bedauerte, dass so viele Menschen sich ihr Recht an Leistungen erstreiten müssten. Die Zahlen von 698 Anträgen, 347 Widersprüchen und 310 Klagen im Jahr 2022 sprechen für sich. Dass dabei rund 3,4 Millionen Euro erstrittene Leistungen erzielt wurden, spreche für die Arbeit des Beratungszentrums.

In ihrem Grußwort für die Hansestadt betonte Bürgermeisterin Christel John wie wichtig es sei, gerade in Krisenzeiten sozial Schwächeren eine Stimme zu geben. „Das tut der SoVD hier in Lüneburg seit vielen Jahren mit viel Einfühlungsvermögen, Fachwissen und Engagement.“ Die Hansestadt selbst greife soziale Themen, gemeinsam mit Verbänden und Vereinen auf und erarbeite Lösungen. Ein Beispiel sei die Internetseite „Lüneburg steht zusammen“.

„Moin und vielen Dank für die Einladung“, damit begrüßte SPD-Landtagsabgeordneter Phillip Meyn die Gäste. Seit Oktober 2021 neu dabei, berichtete er über die vielfältigen Aufgaben der ersten gut 100 Tage. Neben den landespolitischen Themen setze er sich auch für die Interessen von Stadt und Landkreis Lüneburg ein. Dazu gehöre zum Beispiel, dass bei der anstehenden Krankenhausreform dafür gesorgt werden müsse, dass das Lüneburger Krankenhaus eine qualitativ hochwertige, wirtschaftliche und wohnortnahe Akutversorgung langfristig sicherstellen kann.

Gästen und Mitgliedern servierte die Feuerwehr Lüneburg anschließend den besten Grünkohl, den es in der Stadt gibt. Dabei entstanden noch viele Gespräche, bei denen die Netzwerkarbeit der in Lüneburg sozial aktiven Verbände und Vereine im Mittelpunkt standen. Ein Ergebnis: Gemeinsam wolle man sich an einem Tag der Sozialverbände am 20. August im Lüneburger Kurpark präsentieren.

Weit davon entfernt, überflüssig zu sein

„Eigentlich müsste man meinen, dass sich so ein Sozialverband 77 Jahre nach seiner Gründung auflösen könnte.“ Joachim Roemer, Vorsitzender des SoVD-Ortsverbandes, schaut in die Runde der Gäste. „Doch Kriege, Vertreibung, soziale Ungerechtigkeit, Bedürftigkeit, Altersarmut, Einsamkeit und die Notwendigkeit, sein Recht vor Arbeits- und Sozialgerichten zu erstreiten, zeigen, dass wir davon sehr weit entfernt sind.“

Mit vielen Gästen aus Politik und Verwaltung feierte der SoVD-Ortsverband Lüneburg seinen 77. Geburtstag. Warum 77 Jahre? „Weil uns vor zwei Jahren Corona dazwischen kam“, schmunzelte Roemer. Die Ortsverbände seien das Herzstück des SoVD, betonte der Vorsitzende. „Ob mit Papphänden, Trillerpfeifen oder in persönlichen Gesprächen setzen wir uns für soziale Gerechtigkeit ein oder informieren unsere Mitglieder.“ Dabei will der Vorsitzende Kräfte in Politik und Gesellschaft bündeln. Er appellierte an die prominenten Gäste: „Denken Sie an diejenigen, die sich nicht aus eigener Kraft helfen können.“

Festredner des Tages war Martin Wiese, der ehemalige Fachdienstleiter Soziales im Landkreis. Mit viel Humor und einem feinen Gespür für das Menschliche ließ Wiese die Geschichte des SoVD Revue passieren. Er versetzte die Zuhörer in die Zeit vor 77 Jahre, kurz nach dem Krieg, als katastrophale Wohnverhältnisse herrschten und die Stadt ein Zuzugsverbot verhängt hatte. „Auf dem Wunschzettel eines Neunjährigen stand: eine Butterschnitte, einen Schreibblock und dass Papa wiederkommt.“

Nach nur einem Jahr hatte der SoVD Lüneburg über 1000 Mitglieder, hatte Wiese aus alten Protokolle herausgelesen. „Die Weihnachtsfeiern waren wirklich wichtig“, sagte Wiese. „Da kamen mehr als 500 Mitglieder und noch einmal rund 1000 Kinder.“

So seien es wenige Mitglieder der ersten Stunde gewesen, die dafür sorgten, dass Großes erwächst. Wiese machte deutlich, dass der SoVD bis heute viel leiste und verwies auf das Schwarzbuch. „Warum ist es eigentlich nötig, dass in einem Sozialstaat Menschen ihren legitimen Anspruch durch drei Instanzen durchsetzen müssen“, fragte er in die Runde.

Die scheidende Kreisvorsitzende Elfi Rosin betonte, der SoVD sei eine sozialpolitische Lobbyorganisation, die niemanden an den Rand dränge. „Gerade die letzten Monate haben gezeigt, wie wichtig Solidarität ist“, sagte sie. Und Solidarität lebe vom engagierten Ehrenamt, wie im Ortsverband Lüneburg. Sie erinnerte an den inklusiven Tanztee, die gemeinsame Aktionen mit dem Blindenverein oder der Lebenshilfe und die Rollatoraktion. „Unser Einsatz ist heute noch genauso wichtig, wie vor 77 Jahren.“

Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch lobte das „unbürokratische Unterstützungsangebot“ des SoVD und bat schlicht: „Bitte machen Sie so weiter“. Norbert Thiemann als stellvertretender Landrat betonte, dass der SoVD ein wichtiger Begleiter im Dschungel des Sozialrechts sei. „Und bei aller Gesetzgebung dürfen wir nicht vergessen, dass es hier um Menschen geht.“

SoVD-Lüneburg beim Sommerfest der LebenshilfeBeratung in sozialen Fragen

Beratung in sozialen Fragen stand im Mittelpunkt des Infostndes des Ortsverbandes Lüneburg beim Sommerfest der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg. „Wir haben die Einladung der Lebenshilfe gern angenommen“, sagte Ortsvorsitzender Joachim Roemer. „Kommen doch regelmäßig mehrere Hundert Besucher zu der Veranstaltung in der Vrestorfer Heide.“

Mit am Stand waren Rechtsanwältin Beate Lockemann und Sozialberater Sebastian Ernst vom Beratungszentrum Lüneburg. Sie boten Informationen zu sozialen Fragen aus erster Hand. Ausführlich informierte sich auch die CDU-Landtagskandidatin Anna Bauseneick über die Aktivitäten des SoVDs. Besonders interessierte sie Arbeit im Beratungszentrum. Das Schwarzbuch des SoVD nahm sie gerne für ihre weitere politische Arbeit entgegen.

Den Kontakt zur Lebenshilfe hatte Beisitzerin Gudrun Scheel hergestellt. Gemeinsam mit der stellvertretenden Vorsitzenden Marlis Krüger und Schatzmeisterin Sonja Hardt führte sie den ganzen Tag Gespräche mit Besucherinnen und Besuchern und warb für den Verband. Fast ohne Pause betreuten sie das Glücksrad und verteilten kleine Gewinne. Beisitzer Gerhard Bonecke war für das Befüllen der Luftballons zuständig.

Nach sechs Stunden endete für alle Mitwirkenden ein besonderer Tag. Fast alle Gäste des Sommerfestes waren Menschen mit Behinderungen und ihre Betreuer aus dem Wirkungsbereich der Lebenshilfe. Sehr direkt wurden Fragen zur Arbeit des SoVD und den Aktivitäten des Ortsverbandes Lüneburg gestellt. Für unser Team was es eine großartige Erfahrung.

Spaß mit SoVD-Memory

Zu einer gelungenen Veranstaltung gehören schönes Wetter, gutes Essen und stimmungsvolle Musik. Dies alles wurde den Teilnehmern beim Sommerfest des SoVD Ortsverbandes Lüneburg geboten. Die stellvertretende Vorsitzende Marlis Krüger hatte den Kontakt zur Marinekameradschaft Lüneburg geknüpft und so feierten alle gemeinsam im Bootshaus in der Lise-Meitner-Straße neben der Feuerwehrwache.

„Das Sommerfest gemeinsam mit der Marinekameradschaft durchzuführen war eine gute Idee“, so Ortsvorsitzender Joachim Roemer. „Das Interesse war groß und wir konnten den Tag zusätzlich zur Mitgliederwerbung nutzen.“ Da auch viele Nichtmitglieder am Fest teilnahmen, hatte sich das Verteilen von Informationsmaterial und die Beratung zur Mitgliedschaft und zu Leistungen des Sozialverbandes gelohnt.

Besonders pfiffig war dabei die Idee von Sonja Hardt, die ein SoVD-Memory erfunden hatte. Dabei galt es nicht nur Bildpaare herauszufinden, sondern auch Angebote des Beratungszentrums und des Ortsverbandes richtig zuzuordnen.

Für gute Laune sorgte außerdem der über die Grenzen der Hansestadt hinaus bekannte Lüneburger Shantychor mit fröhlichen Seemannsliedern und Leckeres vom Grill nach einer kurzen Begrüßung der Vorsitzenden der Marinekameradschaft Michael Schäfer, und des SoVD Ortsverbandes Lüneburg, Joachim Roemer.

Harmonisches Fest mit Spaß und Informationen

„Seit 20 Jahren sind wir als Lüneburger Ortsverband des Sozialverbandes Deutschland mit dabei“, erklärte Vorsitzender Joachim Roemer. „Unsere 2. Vorsitzende und Frauensprecherin, Marlis Krüger, brachte viel Erfahrung in die Vorbereitung ein.“ Eine gute Wahl des Standortes und ein bewährtes Konzept waren Garant dafür, dass der Tag für den SoVD Lüneburg ein voller Erfolg wurde.

Auf der einen Seite das Glücksrad, auf der anderen Seite die Information. „Wir hatten fünf Stunden volles Programm“, freute sich Roemer. „Von Beginn an bildete sich eine lange Schlange vor dem Pavillon.“ Geduldig warteten insbesondere Kinder jeden Alters, bis sie am Glücksrad an der Reihe waren. Den Bewohnern des Stadtteils entsprechend, hatte die Mehrzahl der Kinder einen Migrationshintergrund. Ihre Eltern und Großeltern kommen aus allen Teilen der Welt. Reichtum ist in Kaltenmoor bei viele Menschen ausgeschlossen. So wurden die kleinen Gewinne dankbar mitgenommen. Für manche war es ein Erlebnis, sich etwas aussuchen zu können. „Wir waren beeindruckt“, erzählte Roemer. „Trotz Wartezeiten von 20 Minuten und mehr gab es kein Gedrängel, kein Geschubse und keine bösen Worte.“

Die erwachsenen Besucher informierte Roemer und sein Team über den Sozialverband und die Angebote des Ortsverbandes Lüneburg. Das Interesse an der Sozialberatung war groß, aber die Besucher fragten auch für das sozialpolitische Wirken des SoVD. Viele wünschten sich eine wesentlich stärkere Präsenz des Verbandes in der Öffentlichkeit. „Wir hatten auch das Schwarzbuches des SoVD dabei“, berichtete Roemer. „Bei der Durchsicht zeigten sich viele beeindruckt über die Erfolge unseres Verbandes und über den Einsatz für soziale Themen.“ Darüber müsse mehr in den Medien gesprochen werden, betonten Besucher.

Wie das Leben im Alter mit Einschränkungen verbunden sein kann, demonstrierte das SoVD-Team mit einem Altersanzug. Mit Gewichten am Oberkörper, an den Armen und Beinen und mit Manschetten an Knie- und Ellenbogengelenken konnte jeder sich gut vorstellen, wie mühsam Bewegung werden kann, wenn man 40 Jahre in die Zukunft schaut.

Für den Ortsverband Lüneburg war es die erste Großveranstaltung nach der Corona-Pandemie. Schon Tage vorher wurden die Kartons gepackt. Über 1000 Kleingewinne, dazu Dosen mit Süßigkeiten. Am Ende blieb kaum etwas davon übrig. „Als Ortsverbandsvorsitzender hatte ich mit dem Vorstand ein engagiertes Team vor Ort“, bedankte sich Roemer bei seinem Team. Neben Marlis Krüger waren die Schatzmeisterin Sonja Hardt, Schriftführer Thomas Franke, Beisitzerin Gudrun Scheel und die Beisitzer Gerhard Bonecke und Günter Paul mit dabei. Alle waren sich einig: „Uns hat der Tag sehr viel Spaß gemacht, aber auch die Erkenntnis gebracht, wie wichtig soziale Arbeit ist.“


Alterslotsen helfen Senioren

Lange selbständig und zu Hause leben - das ist der Wunsch vieler älterer Menschen. Wie das möglich ist, darüber referierten Margret Backeberg und Monika Rehr von den Lüneburger Alterslotsen auf Einladung des SoVD-Ortsverbandes Lüneburg im Glockenhaus.

Die Lüneburger Alterslotsen sind eine Einrichtung des Landkreises Lüneburg und des Klinikums Lüneburg. Die Alterslotsen helfen älteren Menschen und ihren Angehörigen, sich in einem immer komplexeren Gesundheitssystem zurechtzufinden.

„Unser Schwerpunkt ist die Beratung“, erklärte Margret Backeberg. „Wenn rechtliche Unterstützung etwa zum Pflegegrad oder zu Vorsorgevollmachten gewünscht werde, dann müssen wir auf Beratungsstellen wie dem Beratungszentrum des SoVD in Lüneburg verweisen.“ Ab einem Alter von 70 Jahren kommen die Alterslotsemn auf Wunsch ins Haus und machen sich ein Bild über die Lebenssituation. Dabei achten sie darauf, wie selbständig das Leben zu Hause möglich ist. Sie beraten zum barrierefreien Wohnen, Ansprüchen auf Pflegegrad, zu Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten. Sie helfen bei der Medikamenteneinnahme ebenso wie beim Einkaufen und vielem mehr. Gemeinsam werden ein Hilfeplan ausgearbeitet und auf Wunsch eine Notfallmappe erstellt.

Im Anschluss an den Vortrag begann ein lebhafte Diskussion zwischen den Zuhörern und den beiden Alterslotsen. Viele Fragen wurden beantwortet, wie etwa zum barrierefreien Umbau von Bädern, zum Hausnotruf, zur Nachbarschaftshilfe bis zur Hundebetreuung bei einem Krankenhausaufenthalt.

„Schaffen Sie sich frühzeitig Netzwerke, auf die Sie zurückgreifen können", riet Margret Backeberg den Anwesenden. „Häufig sind es einfache Dinge, die helfen.“ So erzählte sie von einer älteren Dame,  die einen Tagesabreißkalender an ihre Haustür gehängt hat. So wissen die Nachbarn jeden Morgen, dass sie auf den Beinen sei.

Pandemiezeit gut genutzt

Moderner, effektiver und aktiver – das ist das Ziel des SoVD-Ortsverbandes Lüneburg. Während der jüngsten Jahreshauptversammlung im Glockenhaus brachte Vorsitzender Joachim Roemer seine Mitglieder auf den neuesten Stand seit der vorhergehenden Versammlung vor zwei Jahren. Der Vorstand hatte die pandemiebedingte Veranstaltungspause dazu genutzt, das Büro zu sanieren und die Technik zu modernisieren. „Wir haben digital aufgerüstet, so dass alle Vorstandsmitglieder von Zuhause aus Zugriff auf Mails und Anfragen haben“, berichtete Roemer. Trotzdem hat der Vorstand die Sprechstunden im Büro in der Lünertorstraße aufrecht erhalten – denn noch sind nicht alle Mitglieder digital erreichbar. Ein Umstand, den Roemer nach Möglichkeit ändern will. „Als wir unseren ersten Newsletter verschickt haben, wurden wir geradezu überrollt von einer Welle unzustellbarer E-Mail-Adressen“, berichtete er von der Sisyphosarbeit, diese Daten auf dem neuesten Stand zu halten.

Trotz Corona ist es das Ziel des Vorstandes einmal im Monat zu einer Veranstaltung einzuladen. Bislang hat das mit dem Jahresempfang im Januar und der Jahreshauptversammlung geklappt. Um Veranstaltungen zu optimieren, will Roemer sich mit anderen Sozialverbänden der Hansestadt vernetzen. Auch plant er, die Angebote zu differenzieren. „Wir erreichen Mitglieder unter 60 Jahren kaum, deshalb wollen wir unser Angebot hinterfragen“, so Roemer.

Kreisvorsitzende Elfi Rosin lobte das Engagement des Ortsverbandes. „Gerade in diesen schwierigen Zeiten brauchen wir einander“, betonte sie und lobte das „interessante Programm“ des Ortsverbandes. Sie berichtete von den Corona-Aktionen des SoVD, wie etwa die Helfenden Hände oder auch die Organisation von Impfterminen für die Mitglieder. Sie machte deutlich, dass allein das Beratungsbüro in Lüneburg zwei Millionen Euro die SoVD-Mitglieder im Kreisverband Lüneburg-Lüchow erstritten hat.

Bei den turnusgemäßen Vorstandswahlen bestätigten die Mitglieder den zunächst kommissarisch eingesetzten Joachim Roemer auch für die kommenden zwei Jahre einstimmig in diesem Amt. Zweite Vorsitzende bleibt Marlis Krüger, die gleichzeitig auch das Amt der Frauensprecherin übernimmt. Auch Schriftführer Thomas Franke bleibt dem Vorstand erhalten. Neu dabei ist Schatzmeisterin Sonja Hardt, die Günter Paul ablöst. Beisitzer und Stellvertreter sind in den nächsten zwei Jahren Gudrun Scheel, Eduard Kolle, Kirsten Jandt, Günter Schwarz, Gerhard Bonecke, August-Wilhelm Krug und Günter Paul.

Stellvertretend für über 100 Mitglieder, die dem Verband lange Jahre die Treue gehalten hatten, ehrten Elfi Rosin und Joachim Roemer Marlis Krüger und Ingelore Wellmann für zehn Jahre Mitgliedschaft sowie Irmtraud Stede für 25 Jahre Mitgliedschaft.

In Sachen Soziales gemeinsam an einem Strang ziehen

Zusammenarbeit war das Stichwort, das den Neujahrsempfang des SOVD-Ortsverbandes Lüneburg prägte. Zusammenarbeit der SoVD-Ortsverbände untereinander aber vor allem auch die Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung. Denn, das machte Vorsitzender Joachim Roemer deutlich, der SoVD will sozialpolitisch mitmischen in der Hansestadt. Um miteinander ins Gespräch zu kommen hatte Roemer zum Neujahrsempfang Vertreter der Ratsfraktionen eingeladen.

„Wir sind einer der größten Vereine der Stadt und auch kreisweit in nahezu jedem Ort vertreten“, stellte er den SoVD noch einmal kurz vor. „Und jünger, als mancher denkt, denn mehr als die Hälfte unserer Mitglieder sind zwischen 50 und 70 Jahren alt.“ Als politisch unabhängiger Verband setze sich der SoVD auf allen Ebenen für sozialpolitische Gerechtigkeit ein und gehe dafür auch schon mal auf die Straße – wie etwa beim Equal-Pay-Day. Vor allem aber biete er seinen Mitgliedern Rechtsberatung in sozialpolitischen Fragen an. „Und das bis hin zur Klage“, erklärte er. Auch in Lüneburg sei man aktiv. Ein Thema, das Roemer gern anpacken möchte, ist die Barrierefreiheit der Hansestadt. „Unsere Aufgabe ist es, sozial mitzudenken, anzumahnen und in der Arbeit gegenseitig zu unterstützen.“

Diese Einschätzung konnten die Politiker nur teilen. Jule Grunau (Grüne),  Bürgermeisterin und Ratsvorsitzende, betonte: „Wir müssen alle an einem Strang ziehen und miteinander im Gespräch bleiben, um das Beste für unsere Stadt zu ermöglichen.“ Sie dankte den SoVD-Mitgliedern dafür, dass sie sich sozial engagieren und erklärt: „Ich freue mich auf Ihren Input.“

Bürgermeisterin Hiltrud Lotze (SPD) betonte, der SOVD sei als „unglaublich großer Verband ein wichtiger Gesprächspartner“ für die Politik. Als Beispiel führte sie die Mobilitätswende an, die von vielen Seiten betrachten werden müsse. Frank Soldan von der FDP erklärte, dass er die Informationen, die er bei dieser Veranstaltung mitnehme, gut gebrauchen könne. Rettmers Ortsvorsteherin Carmen Maria Bendorf (SPD) dankte für das ehrenamtliche Engagement: „Nur Menschen, die ehrenamtlich arbeiten, können andere dafür begeistern.“ Sie stehe auch außerhalb des Neujahresempfanges jederzeit für ein Gespräch bereit.

Ortsvorsitzender Joachim Roemer war erfreut von der positiven Resonanz. „Das ist ein guter Anfang für unsere künftige Zusammenarbeit. “


Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht helfen Betroffenen und AngehörigenNicht nur für ältere Menschen wichtig

Niemand befasst sich gern mit den Themen Krankheit und Tod. Doch seit der Corona-Pandemie ist das alles viel näher gerückt. Kein Wunder also, dass bei der Info-Veranstaltung des SoVD-Lüneburg zu den Themen Vorsorgevollmacht, Patienten- und Betreuungsverfügung kein Stuhl frei blieb. Über 50 Menschen jeden Alters waren gekommen, um zu hören, wie man sich auf die einst so fern gedachte Situation vorbereiten kann.

„Es ist die erste Veranstaltung seit Corona uns lahm gelegt hat“, begrüßte der neue Vorsitzende Joachim Roemer seine Mitglieder und Gäste. „Doch es gibt eine Menge sozialer Fragen und Probleme, mit denen wir uns noch befassen möchten.“

Referentin des Nachmittages im „Hägfeld“ war die Geschäftsstellenleiterin des SoVD-Kreisverbandes Lüneburg-Lüchow, Beate Lockemann. Sie erklärte die Unterschiede zwischen den drei Papieren, die jeder haben sollte, welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen und worüber sich jeder intensiv Gedanken machen sollte. Vor allem aber betonte sie: „Es nutzt niemanden, wenn Sie eine detailliert formulierte Verfügung haben, aber niemand davon weiß“, machte sie deutlich. „Reden Sie darüber: In der Familie, mit Ihrem Hausarzt, mit Freunden und tragen Sie ein Kärtchen in der Brieftasche.“

In der Betreuungsverfügung kann man dem Gericht bestimmte Personen als Betreuer vorschlagen. Mit der Vorsorgevollmacht kann jeder selbst Personen seiner Wahl bevollmächtigen und so die amtliche Bestellung eines Betreuers verhindern. Beides kommt nur dann zum Tragen, wenn man langfristig geschäftsunfähig ist.

Eine Patientenverfügung dagegen regelt, wie man vor allem am Lebensende, wenn man sich möglicherwiese nicht mehr artikulieren kann, medizinisch versorgt oder eben nicht versorgt werden möchte. „Je genauer die Anweisungen sind, desto einfacher ist es sowohl für den Arzt als auch für die Angehörigen, in Ihrem Sinne zu entscheiden“, erklärte Beate Lockemann.

Sie nahm sich Zeit für die Fragen der Zuhörer und half auch bei konkreten Fragen weiter.

Die drei Papiere kann man selbst aufsetzen, mit Hilfe eines Anwaltes, oder Notares und mit dem SoVD. Infos auch unter der Nummer 04131-24 02 11 oder per E-Mail an: info.lueneburg@sovd-nds.de


Die Mitglieder kennenlernenErste Veranstaltung bereits im September

Joachim Roemer ist 66 Jahre alt und wohnt in Adendorf. „Meine Frau ist dort im Ortsverband aktiv und so habe ich auch schon einige Erfahrung mit dem SoVD“, sagt Roemer. Als die Kreisvorsitzende Elfi Rosin ihn ansprach, ob er Interesse habe, den Lüneburger Ortsverband zu übernehmen, setzte er sich mit dem restlichen Vorstand zusammen. „Wir haben uns hier beschnuppert und als wir dachten, das könnte klappen, hat der Landesverband mich eingesetzt“, erläutert Roemer. Denn eine Jahreshauptversammlung, bei der er hätte gewählt werden können, war bislang nicht möglich.

Joachim Roemer ist in der Öffentlichkeit nicht unbekannt: Er arbeitete beim Landesamt für Regionale Landentwicklung, kennt Verwaltungen, Strukturen und Gesichter in den Behörden. Auch die Verbandsarbeit ist ihm geläufig, denn er ist seit Jahren Präsident des Landesverbandes Niedersächsischer Gartenfreunde.

„Für mich ist es jetzt wichtig, die Mitglieder im SoVD-Ortsverband Lüneburg kennen zu lernen“, sagt er. „Ich kenne hier ja kaum jemanden, die Kontakte müssen erst aufgebaut werden.“ Bislang beschränkt sich das auf Newsletter per E-Mails und analoger Post. Doch der Vorstand hofft, dass es schon bald wieder echte Termine geben wird. Los geht es am 18. September mit dem Stadtteilfest Kaltenmoor. Dabei kann Roemer nicht nur seine Mitglieder besser kennenlernen, sondern auch den SoVD wieder in der Öffentlichkeit darstellen. Etwas, das ihm ebenfalls wichtig ist. "Nur gemeinsam können wir etwas auf die Beine stellen", sagt Roemer.

Eine etwas andere Art von Öffentlichkeitsarbeit hat das Vorstandsteam bereits umgesetzt: „Wir haben nach 25 Jahren das Büro in der Lünertorstraße renoviert“, berichtet Roemer. Jetzt prangt das neue Logo an der Tür, das Schaufenster ist mit den modernen Plakaten des SoVD gestaltet und die Innenräume haben einen neuen Anstrich bekommen. „Leider können wir die Barrierefreiheit hier nicht gewährleisten, aber immerhin hat der Vermieter das WC saniert, so dass es jetzt besser zugänglich ist“, berichtet Günter Paul. Auch ein stabiles Geländer an der Treppe soll helfen, das Büro leichter zu erreichen.

Der Ortsverband schaut zuversichtlich in Zukunft: Statt der 75-Jahr-Feier wird es im kommenden Jahr eine 77-Jahr-Feier geben. (cm)