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Katemin

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Schöne Stunden und traurige Nachrichten

„Wir vom Vorstand freuen uns immer wieder, wenn die Mitglieder nach der Veranstaltung sagen: Warum sind wir nicht früher gekommen.“ Stephan Cardinahl, Vorsitzender des SoVD-Ortsverbandes Katemin sieht zufrieden in die Runde: Knapp 50 Teilnehmer hatten den Weg zum Café Rautenkranz im Amt Neuhaus gefunden, um an der Jahresabschlussfeier teilzunehmen. Nicht zuletzt dank der kostenlosen Überfahrt auf der Fähre.

Die stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Neu Darchau, Heike Thies, lobte den SoVD als „sozialen Verband“, hatte aber auch traurigen Nachrichten: Der Einzelhändler des Ortes wird zum 31. Dezember schließen. „Das ist nach der Sparkasse leider schon das zweite wichtige Standbein der Infrastruktur, das uns hier wegbricht“, bedauerte Cardinahl.

Gast des Nachmittages war der Kinderchor Amt Neuhaus unter der Leitung von Christine Abrahamsen. Die Kinder waren froh, nach so langer Zeit wieder einmal zu zeigen was sie gelernt haben. Die  die etwas größeren Mädchen zauberten dazu mit ihren Blockflöten einer zauberhafte Stimmung. Als Belohnung  gab es reichlich Applaus, einen großen Schokoweihnachtsmann und reichlich Kakao und Kuchen.

Zum Abschluss gab es noch ein kleines Geschenk für alle Teilnehmer der Weihnachtsfeier.

14 mutige Gründer in Katemin

Man schreibt den 19. November des Jahres 1951. Deutschland versucht wieder auf die Füßen zu kommen. Die Weltkriege und ihre Folgen überschatten die politischen Diskussionen. In New York wird die Flüchtlingskonvention der Vereinten Nationen unterschrieben. In Berlin votiert die SPD gegen ein Verbot der KPD. Und im niedersächsischen Dörfchen Katemin gründen an diesem Montag neun Männer und fünf Frauen den SoVD-Ortsverband Katemin (damals noch Reichsbund Katemin).

Weil 2021 Corona die eigentliche Geburtstagsfeier verhinderte, machte Vorsitzender Stephan Cardinahl in diesem Jahr einen zweiten Anlauf, um diesen Geburtstag zu feiern. „Es waren Menschen, die sich um Kriegsversehrte kümmern wollten und um Leute, die noch immer unter den Folgen des Krieges zu leiden haben“, berichtete er in seiner kurzen Jubiläumsrede. Er verlas die Namen aller 14 Gründer und bei den rund 50 Gästen des Nachmittages nickten einige Köpfe zustimmend: Sie hatten die Menschen der ersten Stunde noch gekannt. „Der SoVD hatte damals schon viele Frauen als Mitglieder, als andere Verbände das noch kaum zuließen“, erinnerte Cardinahl. „Wenn es bei der Gründung auch nicht genau halbe-halbe war.“ Heute hat der Ortsverband 306 Mitglieder.

Die kleine Geburtstagsfeier im zwanglosen Rahmen war gleichzeitig auch ein anerkennendes Dankeschön für die Wirtin des Kupferkessels Annita Lorenz, die am 30. September nach 70 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand geht. Sie hatte für den SoVD ein Grillfest zum Jubiläum organisiert. „Wir hatten auch im Göpelhaus angefragt, aber leider keine Antwort erhalten“, erklärte Cardinahl. „Aber eigentlich ist es so auch viel schöner“. Er hatte der Wirtin einen Blumenstrauß in ihren Lieblingsfarben mitgebracht.

Im Gastraum und draußen drängten sich die Mitglieder gut gelaunt auf Stühlen und Bierbänken und freuten sich sichtlich, endlich mal wieder zwanglos zusammen zu plaudern. Viele von ihnen hatten für Annita Lorenz kleine Abschiedsgeschenke und obwohl der SoVD-Geburtstag eigentlich ein freudiger Anlass war, bedauerten viele die Schließung der letzten Kneipe Neu Darchaus.

"Im Kopf geht es noch gut"

Wenn Dora Winnig lächelt, dann schleicht sich etwas Spitzbübisches in ihre Miene. Mit ihren 95 Jahren ist sie nicht nur die älteste Einwohnerin von Walmsburg sondern auch alt genug, um Wahrheiten zielsicher auf den Punkt zu bringen. „Im Kopf geht es noch gut bei mir, aber die Beine wollen nicht ehr ganz so gut“, befindet sie knapp. „Naja, beim Scrabbeln schlägst Du mich immer“, kommentiert ihre langjährige Freundin Rosa Knorr (85). Dora grinst.

Dora Winnig hat an diesem Tag viele Gäste, natürlich auch so gewichtige wie Ortsvorsteher Wilhelm Kastens, der ihr gern persönlich gratuliert. Deshalb hat sie die ganze Familie aktiviert, um den Gästen auch das Beste zu bieten: Im Esszimmer biegen sich Anrichten und Kommoden unter Häppchen und Kuchen.

Aber ganz besonders freut sie sich über den Besuch von SoVD-Ortsvorsitzendem Stephan Cardinahl und seiner Schatzmeisterin Margret Horn. Die beiden haben ja auch einen doppelten Grund, sie zu besuchen: Dora Winnig hat nicht nur Geburtstag sondern ist auch seit rund 30 Jahren Mitglied im SoVD. „Das war ja gar keine Frage“, kommentiert sie trocken. „Mein Vater war drin, meine Mutter auch, also bin ich auch eingetreten.“ Cardinahl hatte eine bunte Topfpflanze und einen Gutschein mitgebracht. „Damit möchte ich Dir für Deine langjährige Treue danken“, erklärte er.

Dora Winnig geht es beim SoVD nicht nur um die fachkundige Beratung, sondern auch darum, „mal wieder unter Menschen zu kommen.“ Früher, so erinnert sie sich völlig wehmutsfrei, habe man auf der Bank vor dem Haus gesessen und immer mal wieder ein gemütliches Pläuschchen mit den Vorüberkommenden gehalten. „Heute sitzt man drin vor Fernsehen oder im Auto, also muss ich mich anderweitig nach Leuten umsehen.“

Dora Winnig hat sich immer beschäftigt. Singen, lesen, Handarbeiten – oder Mundgymnastik, wie sie es nennt. „Unser Handarbeitsclub feiert sein 40-jähriges Bestehen“, verkündete sie, „das wird im Oktober groß gefeiert.“ Natürlich mit reichlich Mundgymnastik.

Geboren in Ventschau und aufgewachsen in Schutschur und Walmsburg kam sie 1969 schließlich nach Hamburg als die HEW die Produktion aus Alt Garge weg verlagerte. „Anfangs war das Werk ein Segen, Alt Garge war ja vorher ein kleines Fischerdorf, aber dann kam die Sache mit dem Asbest und die Leute wurden reihenweise krank.“ Auch Ihr Mann starb an dem tückischen Gift. Seit 32 Jahren ist sie nun schon Witwe.

Als ihre Mutter im Walmsburg Hilfe brauchte, zog sie wieder zurück in die kleine Gemeinde. Noch heute hält sie alle um sich herum auf Trab und freut sich sichtlich am Leben. „Besser wird es nicht mehr, aber wenn es so bleibt, ist es gut“, erklärt sie.

Ortsverband Katemin auf großer Fahrt

Der Ortsverband Katemin ging kürzlich auf „große Fahrt“ über den Elbe-Lübeck-Kanal. Rund 30 Mitglieder und Gäste fanden sich schon am frühen Morgen am Rufanleger in Lauenburg ein. Dank guter Organisation, hatten sich die Reisenden in Fahrgemeinschaften zusammen getan.

Kapitän Wilcke und sein Team legten pünktlich um 9.15 Uhr ab, um rechtzeitig in die Schleuse zum Elbe-Lübeck-Kanal zu kommen, doch dafür wurden die Mitglieder gleich mit dem Anblick des Kaiser-Wilhelm-Raddampfers belohnt, der im Hafen lag. „Er ist genauso alt wie der Kanal: 122 Jahre“, erklärte der Kapitän.

Er erläuterte viele Kleinigkeiten zum Kanal selbst, die Funktion der Schleusen und zum Tagebau von Sand, während das Schiff gemütlich Richtung Mölln schipperte. „Zeitlich waren wir etwas knapp dran und es war auch sehr heiß“, berichtete Ortsvorsitzender Stephan Cardinahl. „Deshalb haben sich nur wenige in die Till-Eulenspiegel-Stadt vorgewagt.“ Allerdings kam die Idee auf, das nächste Mal eine Strecke mit dem Rad zu fahren und den Rückweg dann mit dem Schiff zu machen.

 Cardinahl war mit der Veranstaltung sehr zufrieden. „Wir haben sogar drei neue Mitglieder gewonnen“, freute er sich. Der nächste Termin ist eine kleine Geburtstagsfeier des SoVD-Katemin, der 70 Jahre alt geworden ist. Der Ortsverein lädt deshalb zu einem mittäglichen Grillen mit Erinnerungen aus 70 Jahren ein. Dabei sagen die Mitglieder gleichzeitig der Wirtin des Kupferkessels Lebwohl, die ihren Betrieb zum Ende des Monats aufgibt.

"Das machen wir gern noch einmal"

Eine mutige Idee, da es auf dem Hinweg erst einmal steil bergauf ging. „Dafür konnten wir uns auf dem Rückweg rollen lassen“, gab Ortsvorsitzender Stephan Cardinahl zu bedenken. Treffpunkt war der Fähranleger in Neu Darchau. Von dort aus ging es am Deich entlang nach Walmsburg und am ehemaligen Kraftwerk in Alt Garge vorbei bis nach Bleckede. Hier lud der Ortsvorsitzende seine tapferen Radler zu Kaffee, Kuchen und Eis ein.

Diese erste Radtour war so angelegt, dass auch Ungeübte die 30 Kilometer mit Pausen locker bewältigen konnten. Insgesamt waren die Radler vier Stunden unterwegs. Wenn auch die Kehrseite bei dem einen oder anderen anschließend ein bisschen empfindlich war, waren sich die Teilnehmer einig: Das soll gern wiederholt werden.

Im August plant der Ortsverband Katemin eine Kanalfahrt Lauenburg-Mölln auf dem Elbe-Lübeckkanal, die bereits komplett ausgebucht ist und im September soll der 70. Geburtstag des Ortsverbandes nachgeholt werden. „Allerdings nur im kleinen Rahmen mit den Mitgliedern“, sagte Cardinahl.

Mitgliederbestand bleibt stabil

Mit warmen Worten lobte die stellvertretende Bürgermeisterin Heike Thies die Arbeit des SoVD Ortsverbandes Katemin. Gerade in diesen schwierigen Zeiten habe der Vorstand so oft wie möglich, Kontakt zu seinen Mitgliedern gehalten und geholfen wo es ging. „Corona hat uns sehr deutlich gezeigt, wie wichtig das Thema Vereinsamung ist“, erklärte sie und befürwortete das Projekt Alltagshelfer, das SoVD-Vorsitzender Stephan Cardinahl in der Gemeinde angestoßen hatte.

Der Ortsverband Katemin steht auch nach zwei Jahren Corona gut da: „Der Mitgliederstand hält sich bei rund 300 die Waage“, freute sich Cardinahl. Er berichtete davon, wie der Vorstand Präsente an Türen und Briefkästen gehängt, Taschenkalender und Weihnachtsgrüße verteilt hatte und so den Kontakt über den Gartenzaun gehalten hat. Kein Jubilar hatte auf den Besuch seines Vorstandes verzichten müssen. In den Coronapausen seien sogar Spielenachmittage möglich gewesen.

Bei den Vorstandswahlen ergaben sich daher auch kaum Veränderungen. Vorsitzender bleibt Stephan Cardinahl, seine Stellvertreterin Silke Hildebrandt und Schatzmeisterin bleibt Margret Horn. Neu im geschäftsführenden Vorstand ist Schriftführerin Mona Ferber, die Heidemarie Päßler ablöst. Eine Frauensprecherin fand sich nicht. „Die brauchen wir auch nicht“, scherzte Cardinahl. „Wir haben so viele Frauen in der Gruppe, da brauchen wir eher eine Männersprecherin.“

Einen endgültigen Abschied musste Cardinahl von Beisitzerin Edeltraud Kassebaum nehmen. „Ich habe in all den Jahren wohl alle Ämter einmal gehabt“, sagte sie bei ihrer Verabschiedung. Sie sei bereits vor zwei Jahren in die Reihen der Beisitzer zurückgetreten, doch nun sei endgültig Schluss. „Du weißt ja, wo Du Deinen Cappuccino bekommst“, tröstete sie ihren Vorsitzenden. Neue Beisitzer sind Heidemarie Päsler, Evelyn Tiedke, Barbara Giering, Erika Mattner und Olaf Mennerich.

Für das kommende Jahr hat der Ortsverband einige Veranstaltungen angedacht. Cardinahl: „Wir warten den April noch ab, dann dürfen wir wieder ohne Masken durch die Gegend laufen.“

Auch im zweiten Pandemiejahr dicht am Menschen

Da staunten die Menschen in den Orten der Gemeinde Neu Darchau nicht schlecht: Ein knallroter Wagen mit einem Schild vom SoVD-Ortsverband Katemin fuhr durch die Dörfer. Überall dort, wo SoVD-Mitglieder wohnen, hielten Vorsitzender Stephan Cardinahl und sein Team an und überreichten Weihnachtsgrüße, die Mitgliederzeitung und ein kleines Präsent.

„Es ist nach wie vor wichtig in diesen Zeiten Kontakt zu den Mitgliedern zu halten“, sagte Cardinahl, der sich bei seiner Runde immer die Zeit für eine kleine Plauderei über den Gartenzaun oder auf Abstand vor der Tür nahm.

Das kommt bei den Mitgliedern ebenso an, wie die brandneue Werbung auf Cardinahls Auto: „So sehen, die Leute auch, dass wir von SoVD kommen und etwas machen.“

Dank an den Vorstand

Ende Oktober startete auch der Ortsverband Katemin wieder mit einer Veranstaltung durch.
Unter Einhaltung der Corona-Regeln fanden 28 Mitglieder den Weg in das neu eröffnete Göpelhaus in Neu Darchau. Der Betreiber zeigte den Gästen die neu gestaltenen Innenräume und verwöhnte sie mit selbst gebackenem Blechkuchen und Torten. Da sich die Mitglieder seit rund eineinhalb Jahren nicht mehr getroffen hatten, war die Gesprächsbereitsschaft an den Tischen enorm.
Vorsitzender Stephan Cardinahl nutzte die Chance und berichtete über die Umstellung des Büros in Lüneburg auf kontaktlose Beratung. Im Ortsverband Katemin sind Corona bedingte Kündigungen aus geblieben, der Mitgliederstand ist konstant und die Finanzlage solide.
Im Anschluss an Kaffee und Kuchen wurde Bingo gespielt. Die Zahlen zog Silke Hildebrandt aus der Glückstrommel und nach einigen Erklärungen hatten alle Ihren Spaß an diesem Nachmittag. Deshalb soll der Spielenachmittag ab nächstes Jahr auch künftig regelmäßig einmal im Monat stattfinden.
Die Mitglieder bedankten sich ausdrücklich beim Vorstand dafür, dass man sich auch in der Coronazeit immer wieder gemeldet hatte, Infos mit der Verbandszeitung verteilt hatte und auch für die Oster- und Weihnachstgrüße.

 

Das kommt jedem Besucher zugute

„Ich bin angesprochen worden, ob so etwas möglich ist“, berichtet Ortsverbandsvorsitzender Stephan Cardinahl. Ein Gespräch mit der Friedhofsverwaltung ergab: Ja, es ist möglich. Cardinahl bestellte eine passende Bank – etwas Solides aus Gusseisen und wetterfestem Holz. Anschließend baute er sie zusammen und nun steht sie direkt am neueren Gräberfeld neben der Kapelle. Nur das Messingschild mit der Aufschrift „Gespendet vom SoVD“ fehlt noch, aber das ist bereits in Arbeit.

„Wir freuen uns sehr über diese Spende“, sagt Cardinahl, der mit seiner Stellvertreterin Silke Hildebrandt gleich eine Sitzprobe machte. „Vor allem deshalb, weil sie jedem Besucher hier zugute kommt.“