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Dannenberg/Elbe

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Die nächsten Termine:

  • Samstag, 09. Juli 2022, Dannenberg
    Ab 12 Uhr Sommerfest in der Schulmensa Dannenberg mit dem Shanty-Chor "Die Jeetzelstaker" aus Hitzacker

Frauenfrühstück mit Vortrag zur "Armut in Deutschland"

Geplant war das Frauenfrühstück des SoVD-Ortsverbandes Dannenberg eigentlich schon lange, doch wegen der Pandemie musste es immer wieder verschoben werden. Doch kürzlich begrüßte die zweite Vorsitzende Angelika Schmidt rund 27 TeilnehmerInnen im Ostbahnhof.

Gäste des Tages waren die Referentin Dr. Friederike von Natzmer sowie Kreisfrauensprecherin Brunhilde Ernst. Sie berichtete über ihre Arbeit und verschiedene Aktionen der SoVD-Frauen. Unter anderem ist sie auch auf die Schrecken des Ukraine-Krieges eingegangen. „Ich habe 70 Jahre in Frieden leben können, dafür bin ich sehr dankbar" sagte die.

Dr. Friederike von Natzmer referierte sehr lebendig und packend über das Thema "Armut in Deutschland". Von Armut betroffen sind viele Frauen, die etwa als Haushaltshilfe ohne Anmeldung oder als geringfügig Beschäftigte arbeiten. Dadurch haben sie keine Absicherung bei Krankheit und erwerben keine Renten- und Urlaubsansprüche "...aber der Auftraggeber hat somit mehr Urlaubsgeld für sich selbst zur Verfügung", kommentierte Dr. von Natzmer trocken.

Neben der finanziellen Armut sprach sie auch über die Kontaktarmut in der Corona-Zeit. Viele Menschen leben allein, haben niemanden mehr. Da ist der SoVD und auch die Gesellschaft gefragt, um zuzuhören und miteinander zu reden. Sie thematisierte Verzicht und Planung: "Verzicht ist Kunst, Lebenskunst". Jeder sollte sich fragen, wo er sich einschränken kann. "Muss man jeden Tag zwei Kilometer in die Stadt zum Einkaufen fahren? Brauche ich schon wieder neue Klamotten?“ Die PolitikerInnen tragen stets neue Kleidung und seien daher kein Vorbild. Gesundes Leben spare Arzneien. Sie sprach auch über die "Gärten des Grauens, wo alles zugepflastert ist und dann eine Firma kommt, um das Pflaster abzuspritzen." An mehreren Beispielen machte sie die wichtige Arbeit des Ehrenamts deutlich. "Das Ehrenamt ist die größte Belohnung, das wiegt kein Euro auf.", sagte sie. Denn man bekommt viel zurück. Dr. von Natzmer betonte, die halte den SoVD in Zeiten von Krieg, Corona und Klimawandel für wichtiger und nötiger denn je.

Die ZuhörerInnen waren begeistert von dem lebendigen Vortrag. Angelika Schmidt und Vorsitzender Helmut Hennig überraschten ihre Gäste zum Abschied noch mit einer rote Rose nachträglich zum Weltfrauentag.

75-Jahr-Feier wird im Sommer nachgeholt

Der Krieg in der Ukraine überschattet den Beginn der Jahresmitglieder-versammlung in Dannenberg. „Ich bin fassungslos über das, was dort passiert“, sagte Vorsitzender Helmut Hennig in seiner Begrüßung. „Wir alle wollen doch ein Europa des Friedens, der Freiheit und der Menschenrechte.“ Dem konnte auch SoVD-Regionalleiter Frank Sobottka nur zustimmen: „Wir leben wirklich in bewegten Zeiten und ich kann diesen Krieg nur auf das Schärfste verurteilen.“

Doch es gab auch Gutes zu vermelden. So berichtete Hennig von einigen Veranstaltungen, die der Ortsverband trotz Corona hatte umsetzen können, wie etwa ein Besuch im Orchideengarten in Dahlenburg, einer Unterschriftensammlung gegen den Armutsschatten oder dem Bemühen soziale Verbände zu vernetzen.

„Unsere 75-Jahr-Feier im vergangenen Jahr musste leider ausfallen, aber das holen wir im Sommer nach“, betonte Hennig. Die Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft holte der Vorstand dagegen persönlich nach und besuchte alle 19 Jubilare mit Urkunden, Nadeln und Geschenken.

Doch der Vorstand wollte noch mehr: Daher investierte er das Geld für die ausgefallene Feier in nicht verderbliche Lebensmittel für die Tafel in Dannenberg.

„Das alles hat uns viel Freude gemacht, vor allem wegen der vielen positiven Rückmeldungen“, erklärte Hennig. So war es kaum verwunderlich, dass der Vorstand nach der Entlastung bei den Wahlen einstimmig wiedergewählt wurde. Vorsitzender bleibt Helmut Hennig, seine Stellvertreterin Angelika Schmidt, Schriftführerin bleibt Margret Hennig und Schatzmeisterin Anita Thielck.

Im Anschluss an die Versammlung referierte Regionalleiter Frank Sobottka über Patientenverfügung, Vorsorge- und Betreuungsvollmacht. Das war den Dannenbergern nicht unbekannt. Wie sich in der Diskussion zeigte, hatten sich viele Mitglieder mit diesem Thema bereits auseinandergesetzt und stellte viele konkrete Fragen. 

Freude bei den Tafel-Besuchern

Die Weihnachtsfeier des OV Dannenberg musste erneut ausfallen. Der Ortsvorstand wollte jedoch nicht ganz untätig bleiben und überlegte, wie er das veranschlagte Budget sinnvoll verwenden kann. So kam schnell die Idee auf, den Tafel-Besuchern in dieser schwierigen Zeit eine kleine Freude zu bereiten.

Der Vorsitzende Helmut Hennig und seine Stellvertreterin Angelika Schmidt überbrachten der Tafel in Dannenberg rund 50 Adventstüten, gefüllt mit Kaffee und weihnachtlichen Süßigkeiten. Angelika Schmidt weiß: "Haltbare Lebensmittel werden kaum gespendet.“ Mit der Aktion will der SoVD Menschen helfen, die auf die Unterstützung der Tafel angewiesen sind. „Wir wollen einen kleinen Beitrag leisten, um den Tafel-Besuchern und ihren Familien die Feiertage während der Krise etwas angenehmer zu gestalten2, sagt Angelika Schmidt und Helmut Hennig ergänzt: "Das Corona-Virus hält uns nicht davon ab, für andere da zu sein und sie zu unterstützen."

Der Vorstand des Ortsverbandes Dannenberg denkt jedoch nicht nur an die Tafel-Besucher, sondern auch an das Tafel-Team, das im Wechsel wöchentlich die Lebensmittel abholt, sortiert, Regale füllt und die Waren samstags an Bedürftige ausgibt. "Wir danken Ihnen für Ihren tollen ehrenamtlichen Einsatz, ganz besonders in dieser schwierigen Zeit", sagen die beiden Vorstandsmitglieder, als sie dem Leiter der Dannenberger Tafel, Michael Möller, stellvertretend für die etwa 20 Helferinnen und Helfer ein kleines Präsent überreichen.

SoVD-Jubiläum einmal anders

Der SoVD-Ortsverband ehrt seine Jubilare traditionell im Rahmen der Weihnachtsfeier. Die war schon 2020 coronabedingt ausgefallen. Die Einladungen für die Feier 2021 waren verschickt und die Jubilare aus 2020 und 2021 besonders eingeladen. Wegen der heftigen vierten Corona-Welle  musste dann jedoch auch diese Veranstaltung kurzfristig wieder abgesagt werden.

Doch der Vorstand wollte nicht, dass die Jubilare ein weiteres Jahr auf ihre Ehrungen warten müssen. Deshalb entschied sich der Vorstand, diejenigen Jubilare, die sich für die Weihnachtsfeier angemeldet hatten zu Hause zu besuchen. Die sechzehn 10- und 25-jährigen Jubilare haben sich sehr gefreut, als Vorsitzender Helmut Hennig ihnen eine Urkunde, Anstecknadel und ein Präsent überreichte. So bot sich die Gelegenheit, mit den meist älteren Mitgliedern auch einmal ausführlicher ins Gespräch zu kommen.

Zu den Geehrten zählt auch das Ehepaar Ilse und Jakob Göttl aus Dannenberg. Der rüstige Rentner ist vor 25 Jahren in den SoVD eingetreten, als es um die Beantragung seiner Rente ging. Jakob Göttl war von 1998 bis 2006 Vorsitzender des Ortsverbands. Er hat insbesondere viele Reisen organisiert, von denen einige Mitglieder jetzt noch gern erzählen. Ilse und Jakob Göttl nehmen sehr rege am Verbandsgeschehen teil und würden sich freuen, wenn im kommenden Jahr wieder Veranstaltungen und Ausflüge stattfinden können.

Jakob Göttl weiß auch schon, wo die Urkunden ihren Platz finden werden. "Dann werde ich mal zwei schöne Rahmen besorgen", sagt er und zeigt stolz auf die Urkunden zu den 5- und 10-jährigen SoVD-Jubiläen, die bereits in seinem Büro hängen.


Ehrung auf den Tag genau

Überraschung am Sonntag Vormittag für Frieda Roder: Der Vorsitzende des SoVD-Ortsverbandes Dannenberg, Helmut Hennig, gratulierte ihr mit einem Blumenstrauß und einem Präsentkorb zu einem besonderen Jubiläum: Frieda Roder ist seit 50 Jahren Mitglied im SoVD.

„Das hätte doch nicht nötig getan“, sagte sie. Die rüstige Jubilarin weiß natürlich, dass sie auf den Tag genau 50 Jahre Mitglied im SoVD ist, hat aber nicht mit diesem Besuch gerechnet. Denn der Ortsverband Dannenberg ehrt seine Jubilare traditionell bei der Weihnachtsfeier. Wegen dieses seltenen Jubiläums hatte sich der Ortsvorstand entschlossen, die Ehrung für Frieda Roder direkt an ihrem Ehrentag vorzunehmen.

„Der SoVD hat mir immer zur Seite gestanden“, sagt sie. „Mein Mann war Kriegsversehrter und der SoVD – damals noch Reichsbund – hat ihm sehr geholfen, seine Ansprüche durchzusetzen. Als mein Mann vor 50 Jahren starb, hat mich der SoVD bei der Beantragung der Rente unterstützt. Dies geschah seinerzeit noch vor Ort. Der damalige 1. Vorsitzende des Reichsbunds, Kamerad Witting, gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Ortsverbands Dannenberg“.

Frieda Roder ist nicht nur das „dienstältestes“, sondern mit 97 Jahren auch an Jahren das älteste Mitglied im SoVD-Dannenberg. Trotzdem nimmt sie an fast allen Veranstaltungen teil, geht mit ihrem Rollator jeden Tag spazieren. Um ihren großen Garten kümmert sich seit einiger Zeit ihre Tochter Gudrun, die alle zwei Wochen für drei Tage aus Ahrensburg kommt, um ihre Mutter zu unterstützen. Frieda Roder hat über 35 Jahre in der Küche beim DRK-Blutspendedienst geholfen. Dies ist seit einiger Zeit nicht mehr möglich, ihre monatliche Knobelrunde lässt sie sich jedoch nicht nehmen.

Die Urkunde und die SoVD-Ehrennadel erhält Frieda Roder auf der Weihnachtsfeier. Helmut Hennig hofft, dass diese coronabedingt stattfinden kann. In diesem Jahr begehen 36 weitere Mitglieder ihr 10-, 25- oder 40-jähriges Jubiläum. Auch die Ehrung der 26 Jubilare aus dem vergangenen Jahr soll dann nachgeholt werden.