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Gellersen

Ihre Ansprechpartner vor Ort...


"Es ist alles erlaubt, was hilft"

„Gewalt ist kein Zufall sondern eine konkret geplante Tat, die immer nach dem gleichen Schema abläuft“, erklärte Kathrin Richter. Der Täter sucht sich eine passende Situation, in der er entweder allein mit dem Opfer ist oder in der es so viele Zuschauer gibt, dass niemand eingreift. „Dabei ist es egal, ob die Frau hübsch oder hässlich ist, ob sie einen Minirock trägt oder Schlabberhosen“, betonte die Spezialistin. „Das einzige, was zählt, ist, ob er glaubt, Macht über diese Frau gewinnen zu können.“ Denn nur darum gehe es bei Gewalt gegen Frauen: Dass der Mann sich an der Macht über die Frau ergötzt.

Hat der Mann ein potentielles Opfer gefunden, testet er die Frau zunächst mit einem Anmachspruch, dann mit einem leichten körperlichen Übergriff. Setzt die Frau hier keine Grenzen, geht der Kreislauf weiter und es kommt zu körperlicher Gewalt. Dieses Drehbuch der Gewalt gilt sowohl für Übergriffe in der Öffentlichkeit als auch für diejenigen in der Privatsphäre zuhause.

Es gibt nur einen entscheidenden Unterschied: Während Frauen, die in der Öffentlichkeit angegriffen werden, in 90 Prozent der Fälle Erfolg haben, wenn sie sich wehren, ist bei häuslicher Gewalt das Gegenteil der Fall.

„In den letzten Jahren gibt es eine starke Zunahme bei häuslicher Gewalt“, berichtete Kathrin Richter. „Auf der Straße sind Sie deutlich sicherer.“ Allerdings sei es erfahrungsgemäß auch viel schwieriger aus häuslicher Gewalt zu entkommen oder jemand in einer solchen Situation zu helfen. „Wenn Sie helfen wollen, brauchen Sie unendlich viel Geduld“, so die Spezialistin. „Ohne Hilfe von außen schaffen die meisten Frauen es nicht.“ Doch die Gesetzeslage habe sich stark zugunsten der Frauen verändert, Polizisten sind in dem Thema geschult und auch die Hilfeangebote seien heute viel breiter aufgestellt.

Kathrin Richter machte deutlich, dass jede Frau für sich entscheidet, was sie als übergriffig empfindet und dass jede Frau das Recht habe sich zu wehren. „Wenn Sie in einer gefährlichen Situation sind, werden Sie entweder vor Angst starr oder bekommen einen Adrenalinkick“, erklärte sie. In beiden Fällen setze die Atmung vorübergehend aus. „Deshalb ist das erste, was Sie tun müssen, einmal durchzuatmen, um überhaupt handlungsfähig zu werden.“

Gegenwehr kann körperlich oder verbal sein, „das ist bei jeder Frau anders“, so Kathrin Richter. Jede müsse das auswählen, was für sie passt. Wichtig ist, sich körperlich groß zu machen: Sich aufrichten und breitbeinig hinstellen, die Arme in die Hüften gestützt. Die Präventionsspezialistin machte auch deutlich, dass Angst ein Geschäft ist: Lärmgürtel, Pfefferspray und Heimwegtelefon nutzten wenig. Laut und mehrfach um Hilfe rufen und die Notruftastenkombination des eigenen Handys stets im Kopf zu haben sei deutlich effektiver. Im nächsten Hauseingang alle Klingeln zu drücken oder in  Geschäft gehen, funktioniert ebenfalls.

„Wenn Sie sich für körperliche Gegenwehr entscheiden, gibt es vier Dinge, die Sie gut nutzen können“, zählte Kathrin Richter auf: „Zwischen die Beine treten, mit dem Absatz auf den Fuß treten oder gegen Augen und Ohren schlagen.“ Das alles kann man bei Selbstverteidigungskursen lernen, doch Kathrin Richter warnte, dass nicht jeder Kurs für jede Frau geeignet sei. Gut sei das so genannte „Wendo“, ein Präventionskurs der von Frauen für Frauen entwickelt wurde und nicht nur körperliche sondern auch verbale Strategien vermittelt. Grundsätzlich gilt: „Es ist alles erlaubt, was hilft.“

Hier bekommen Sie Hilfe:

  • Polizei: Bei konkreter Gefahr wählen Sie 110.

  • Hilfetelefon:
    116016 oder www.hilfetelefon.de.
    Bei Gewalt gegen Frauen. Mehrsprachig und mit Chatfunktion

  • Frauen helfen Frauen:
    04131 – 61 733 oder info(at)frauenhelfenfrauen-lueneburg.de.
    Frauenhaus für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder.

  • FIF-Beratung:
    04131 – 61 950 oder info(at)fif-lueneburg.de.
    Kostenfreie und anonyme Beratung für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren mit unterschiedlichen Gewalterfahrungen.

  • BISS:
    04131 – 22 16 044 oder info(at)biss-lueneburg.de.
    Beratungs- und Interventionsstelle für von häuslicher Gewalt oder Stalking betroffene Frauen. Beratung nach dem Gewaltschutzgesetz und weiterführende Hilfemaßnahmen.

  • Stiftung Opferhilfe Niedersachsen:
    04131 – 72 71 910 oder poststellelueneburg(at)opferhilfe.niedersachsen.de.
    Hilfe, Beratung, Unterstützung und Begleitung von Opfer von Straftätern und deren Angehörigen unabhängig von einer Anzeigenerstattung. Montags bis freitags von 10-13 Uhr.

  • Pro Beweis:
    04131 – 770
    Rund um die Uhr unter dem Stichwort „pro Beweis“. Die Ambulanz des Städtischen Klinikums sichert Spuren von häuslicher oder sexueller Gewalt ohne Anzeigenpflicht. Die gesicherten Spuren können bei einer späteren möglichen Anzeige als Beweismaterial verwendet werden.

  • Weißer Ring:
    0151 – 55 16 48 58 oder lueneburgmail.weisser-ring.de.
    Hilfe für alle Opfer von Straftaten.

  • Sorgentelefon:
    04131 – 28 73 757, montags von 15-17 Uhr.
    Anonym und vertraulich bei Konflikten oder Gewalt in der Pflege.

Viele Interessentinnen am Stand

Gewalt gegen Frauen ist ein Thema, das so alt ist wie die Menschheit selbst. Bis heute hat sich daran nichts geändert. Frauen werden geschlagen, diskriminiert und gemobbt – und das alles meist ohne irgendwelche Konsequenzen für die Verursacher. Am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen - dem so genannten Orange Day - ist der SoVD-Gellersen deshalb an einem Info-Stand vor dem Einkaufszentrum in Reppenstedt mit Menschen ins Gespräch gekommen. Mit dabei waren auch Bürgermeister Christian Purps, SoVD-Kreisvorsitzender Joachim Roemer, die stellvertretende Kreisfrauensprecherin Ulrike Böckmann und die stellvertretende Vorsitzende des Ortsverbandes Gellersen, Marit Wulf.

Frauensprecherin Hannelore Ortstein liegt das Thema sehr am Herzen. „Ich habe von den geplanten Aktionen zum Orange Day in Lüneburg gelesen und spontan beschlossen, mich ebenfalls zu engagieren.“ Sie organisierte Informationsmaterialien sowohl seitens des SoVD als auch der Frauenhäuser.

 „Jede dritte Frau in Deutschland hat bereits körperliche Gewalt erleben müssen“, fasste Hannelore Ortstein zusammen. „Doch das ist ein Thema, das viel zu oft totgeschwiegen wird.“ Gerade dieses Schweigen aber ist einer der Gründe dafür, warum betroffenen Frauen sich häufig alleine und isoliert fühlen. Deshalb ist es für Hannelore Ortstein so wichtig darüber zu reden.

„Wir hatten auch wirklich viele Interessenten“, berichtete sie von der Aktion. „Viele kamen aus dem Bereich der Pflege oder der Schulen.“ Vor allem der Flyer mit der neuen Nothilfetelefonnummer wurde viel mitgenommen. „Man konnte aber auch gut sehen, dass einige Frauen gern zu uns gekommen wären, sich aber nicht getraut haben“, bedauerte Hannelore Ortstein. „Das ist sehr schade, denn wahrscheinlich sind es genau die, die Hilfe brauchen.“

Für die Frauensprecherin ist mit diesem einen Tag jedoch das Thema nicht vergessen, denn sie will auch das Frauenhaus unterstützen. Deshalb hatte Hannelore Ortstein eine große Spardose dabei, die auch bei künftigen Veranstaltungen immer präsent sein wird. „Wir wollen bis zu unserer Jahresmitgliederversammlung im Februar bei allen Veranstaltungen weiter auf das Thema hinweisen und Geld sammeln, dass wir dann dem Frauenhaus spenden.“

Wieso über Frauen kaum geforscht wird und was es für sie bedeutetDatenlücke Frau

Der Referenzmensch ist weiß, 1,77 Meter groß, 80 Kilogramm schwer, etwa 40 Jahre alt und männlich. Diese Referenz ist die Grundlage für Forschung, Wissenschaft und Produkte in der Medizin, beim Crash Test und sogar bei ganz alltäglichen Dingen wie Stühlen oder Handys. „Wir leben in einer von Daten beherrschten Welt, die die Hälfte ihrer Bevölkerung ignoriert“, sagen Danila Marek und Nicole Dethlefs. „Nämlich die Frauen.“ Die beiden Referentinnen gehören zu den LandFrauen Kirchgellersen und sind der Einladung des SoVD-Ortsverbandes Gellersen gefolgt, um die „Datenlücke Frau“ gründlich zu beleuchten.

Dass Frauen nur eine untergeordnete Rollen spielen, ist nichts Neues – auch wenn die Frauenbewegung seit nun schon über 100 Jahren dagegen ankämpft. „Schon Aristoteles bezeichnete Frauen als Abweichung“, so Danila Marek. Und auch Leonardo da Vincis vitruvianischer Mensch ist männlich. Frauenrechtlerin Simone de Beauvior habe es auf den Punkt gebracht: „Die gesamte Geschichte der Frauen wurde von Männern gemacht.“

Bis heute habe sich das nicht wesentlich geändert, denn der Refrenzmensch ist und bleibt männlich und das Ergebnis ist, dass Frau nicht in das ganz alltägliche Leben passt. „Das fängt bei Regalen im Supermarkt an, geht bei der Höhe von Küchenarbeitsplatten weiter und hört bei Klaviertastaturen noch lange nicht auf“, zählt Nicole Dethleffs auf.

Das Problem: Auch die zunehmend digitale Welt gehört den Menschen mit dem Y-Chromosom.  „Das ist vor allem auch bei künstlicher Intelligenz kritisch“, befindet Danila Marek. „Sie wird von Männern mit Männerdenken gefüttert.“ Nicht nur, dass Navigationsgeräte Frauen schlechter verstehen -  wenn in der Medizin künstliche Intelligenzen Diagnosen stellen, könne das lebensbedrohlich werden.

Auch bei Untersuchungen zur Sicherheit im Straßenverkehr fallen Frauen laut der Referentinnen aus der Berechnung heraus. Weibliche Crash-Test-Dummys gebe es zwar, aber die EU schreibe die Verwendung des klassischen männlichen Dummys vor.

„In der Medizin sind die Folgen noch viel dramatischer“, so Danila Marek. „Denn Behandlungsrichtlinien für Männer können bei Frauen tödlich sein“, betonte sie und verwies auf die unterschiedlichen Symptome des Herzinfarktes bei den Geschlechtern. „Es gibt in der Forschung fünfmal so viele Untersuchungen über Erektionsstörungen als über PMS“, ergänzte Nicole Dethlefs.

Zuletzt kamen die beiden Referentinnen auch auf das SoVD-Thema „Gender-Care-Gap“. Die Lücke in der unbezahlten Sorgearbeit. „Würde Sorgearbeit auch nur mit dem Mindestlohn bezahlt, würde das 37 Prozent des deutschen Bruttoinlandproduktes ausmachen“, rechnete Danila Marek vor. Es entstand eine lebhafte Diskussion unter den weiblichen Zuhörerinnen. „Nicht nur, dass die Frauen nicht bezahlt werden, die klassische Rollenteilung führt auch dazu, dass die Frauen im Alter arm sind“, ergänzende hier die ehemalige SoVD-Kreisvorsitzende und Bundesvorstandsmitglied Elfi Rosin und erntete dafür Beifall der Zuhörerinnen. „Frauen, die nicht arbeiten, gibt es nicht“, brachten die Referentinnen es auf den Punkt. „Nur Frauen, die für ihre Arbeit nicht bezahlt werden.“

Die Referentinnen forderten ihre Zuhörerinnen auf, aus dem Schatten zu treten und die Situation sichtbar zu machen. Das beginne bei kleinen Dingen. „Mein Sohn fragt mich inzwischen, ob er mir etwas unbezahlte Care-Arbeit abnehmen kann, statt zu fragen, ob er helfen kann“, bemerkte Danila Marek. Denn auch Ausdruck und Sprache helfen, Gedanken im Kopf zu verändern. Die Forderung sei klar: „Wir brauchen eine gesunde Mischung aus allen Geschlechtern in allen Bereichen.“

Neue Gesichter in Gellersen

Einen Landtagsabgeordneten in den Reihen der Mitglieder zu haben, ist im Kreisverband Lüneburg-Lüchow eher selten. Doch bei der Jahresversammlung des Ortsverbandes Gellersen unterschrieb SPD-Abgeordneter Phillip Meyn den Mitgliedsantrag vor den Augen aller Gäste. Meyn war eigentlich als Gast des Nachmittages gekommen. Er lobte das ehrenamtliche Engagement des SoVD und versicherte den Zuhörern, dass er sich für den Erhalt des Klinikums Lüneburg als zentralen Standort einsetzen werde.

Die Zweite Kreisfrauensprecherin Ulrike Böckmann stellte sich selbst und den im November neu gewählten Kreisvorstand vor. „Wir setzen auf Teamarbeit und wollen die Zusammenarbeit mit den Ortsverbänden wieder intensivieren“, sagte sie und gab auch gleich ein Beispiel indem sie die Unterstützung des Kreisvorstandes bei der Steuererklärung über Elster anbot.

Bei der Jahresversammlung des Ortsverbandes Gellersen standen zwar keine Wahlen an, trotzdem gab es einige Veränderungen im Vorstand. Da Schatzmeisterin Getraude Schiefelbein ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte und Schriftführerin Marit Wulf gleichzeitig stellvertretende Vorsitzende und Reiseleiterin ist, mussten gleich zwei neue Ehrenamtler gefunden werden. Neuer Schatzmeister ist Thomas Herbst, den Posten der Schriftführerin und Pressewartin übernimmt Ute Klingenberg. Beide sind zunächst kommissarisch im Amt, bis bei der nächsten Jahresmitgliederversammlung die turnusgemäßen Wahlen sie in ihrem Posten bestätigen. Frauensprecherin Hannelore Ortstein kündigte an, dass sie bei den kommenden Wahlen nicht mehr zur Verfügung stehen werde. „Vielleicht haben wir ja Glück und es findet sich jemand, der die Nachfolge übernehmen wird“, fragte Vorsitzender Hans-Heinrich Beim Graben hoffnungsvoll in die Runde. „Interessentinnen können sich gern jederzeit bei uns melden.“

Wie immer wurden auch diesmal langjährige Mitglieder für ihre Treue zum SoVD geehrt: Ernst Mohwinkel ist seit 25 Jahren Mitglied und Ingrid Jacobeit und Gudrun Schade seit 10 Jahren.

Auch für das laufende Jahr hat der Vorstand jede Menge Aktionen geplant. Als erstes gleich ein großes Highlight: Die Fahrt zum Handball-Bundesliga-Spiel Hannover gegen Melsungen auf Einladung des Landesverbandes. 55 Handballer*innen des TSV Gellersen sind mit dabei.

Eine Schatztruhe für alle

Was die neue „Schatztruhe“ in Gellersen ist und was die Menschen dort tun, erzählte Gründerin Britta Müller bei einem Info-Abend des SoVD-Ortsverbandes Gellersen. Britta Müller ist Integrationsbeauftragte der Samtgemeinde und kümmert sich schon länger um Flüchtlinge.

Hinter der Schatztruhe steht ein Verein, der ursprünglich Geflüchteten aus der Ukraine helfen wollte. Mittlerweile nimmt er Sachspenden in Form von Babyausstattung, Kinderbekleidung, Spielzeug und Haushaltswaren an und verkauft sie wieder zum kleinen Preis oder gibt sie an Geflüchtete nach wie vor kostenlos ab. Viele Sponsoren hat der Verein inzwischen gewinnen können, unter anderem der HSV, die Bäckerei Kruse, die Salztherme Lüneburg, das Museum Lüneburg, der Wasserturm, McDonalds und das Eiscafé in Reppenstedt.

Dankbar sind Hannelore Ortstein und Marit Wulf, beide auch Mitglieder der Schatztruhe Gellersen, über den Erfolg, zu dem sie beide von Anfang an beigetragen haben.

Britta Müller informierte außerdem die Errichtung der Flüchtlingsunterkunft in Reppenstedt mit Zahlen und Fakten und rief gleichzeitig auf zur Übernahme von Betreuungen von Flüchtlingen und Übernahme von Patenschaften.

Viele Gespräche beim Kreativkreis

Bei der 5. Ausstellung des Kreativ- & Hobbykreises im November im Gellersen-Haus war der SoVD- Info-Stand des Ortsverbandes Gellersen war wieder äußerst frequentiert. "Unsere Präsenz auf dieser Veranstaltung ist jedes Jahr wieder wichtig", betonte die stellvertretende Vorsitzende, Marit Wulf. "So können wir im persönlichen Gespräch das Leistungspaket des SoVD erklären." Ganz wichtig für den Ortsverband: Die Apfelparade. Hier mit Hingabe offeriert von unserem Vorstandsteam.

250 Jahre Geschichte erwandert

Der SoVD Gellersen hat sich auf naturkundliche Pfade begeben. Bei Wanderung unter der fachkundigen Anleitung von Diplom-Forstwirt Ralf Neumann lernten die Teilnehmer ihre Heimat zum Teil von einer neuen Seite kennen. Startpunkt war die angelegte Heidefläche am Schafstall Südergellersen. Hier informierte Neumann über rund 250 Jahre Geschichte der Heidenutzung. Wie die Heidjer ihre karge Sandbodenlandschaft für Kiefern- und Fichtenwald zu Mischwald und Niederwald urbar gemacht haben und wie die Heidebauern gelebt haben, was sie aßen und wie sie sich an ihre Umwelt anpassten.

„Ralf Neumann hat uns das sehr anschaulich und unterhaltsam vorgetragen“, sagte die stellvertretende Vorsitzende Marit Wulf. „Es waren zwei informative, aber auch herausfordernde Stunden.“ Pünktlich bei Einsetzen des Regens fand die Wandergruppe im gemütlichen Schlafstall Südergellersen. Gestärkt ging es dann weiter zu einer Begehung des Bestattungswaldes unter der Leitung von Andrea Paepke von der Samtgemeinde Gellersen. „Ich glaube alle Teilnehmer waren erstaunt über die Schönheit des Buchenwaldes“, sagte Marit Wulff.

Gellersen hat noch viel vor in diesem Jahr

„Wir für Euch und Ihr mit uns.“ Mit diesem Slogan eröffnete Vorsitzender Hans-Heinrich beim Graben die Jahresmitgliederversammlung des SoVD-Gellersen. Er berichtete, wie der Vorstand auch in Pandemiezeiten den persönlichen Kontakt zu seinen rund 500 Mitgliedern hält. Gratulationen zu Geburtstagen und Jubiläen, Berichterstattung in der lokalen Presse und dem Gellersener Samtgemeindeblatt und durch Info-Schreiben an die Mitglieder. In Zeiten mit geringen Inzidenzen realisierte der Verband auch Tagesfahrten und Mehrtagesreisen.

Besonders auf sich aufmerksam machte der Ortsverband mit Bandenwerbung auf Sportplätzen und in den Gellerser Gliedgemeinden. Das habe viele Bürger veranlasst, sich über der SoVD Gellersen zu informieren, so der Vorsitzende.

Rund 60 Mitglieder waren der Einladung in die Lehmschüün nach Westergellersen gefolgt. Mit dabei mehrere Bürgermeister und Vertreter befreundeter Vereine sowie der stellvertretende SoVD-Kreisvorsitzende Stephan Cardinahl, der Grüße des Kreisvorstandes überbrachte und über die Erfolge des vergangenen Jahres berichtete.

Im Mittelpunkt der Versammlung standen jedoch die Wahlen zum Vorstand. Hans-Heinrich beim Graben wurde einstimmig für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt. Ihm zur Seite steht Marit Wulf als 2. Vorsitzende und Schriftführerin, Gertraude Schiefelbein als Schatzmeisterin und Hannelore Ortstein als Frauensprecherin. Beisitzerinnen sind Britta Adams, Rita Adams, Gabi Marter und Renate Nötzold.

Der Ortsverband Gellersen plant auch schon emsig Veranstaltungen für das laufende Jahr. Pünktlich zur Gellersen-Messe in Reppenstedt am Wochenende des 30. April und 1. Mai erscheint der neue Jahres-Flyer mit einem Programm, das sich sehen lassen kann. Mit dabei etwa ein Tagesausflug zum Spargelschmaus am Plöner See, ein Frühstück mit Vortrag zur Arbeit des Weißen Ring und vieles mehr.

Den krönenden Abschluss der Versammlung bildete die Spendenaktion für die Ukraine. Marcel Lohmann und Sebastian Maukel vom Schulförderverein Westergellersen hatten die Sammlung in der Samtgemeinde initiiert. Sie wollen Hilfsgütertransporte in die Urkaine bringen. Allein an diesem Nachmittag kamen 1300 Euro zusammen.

Ortsverband Gellersen ging ungewöhnliche WegeWerbung bei der Jugend

So eine schnelle SoVD-Jahresmitgliederversammlung hat Gellersen selten gesehen: Nach nur 40 Minuten schloss Vorsitzender Hans-Heinrich beim Graben die Sitzung wieder. Grund dafür war, dass einerseits keine Vorstandswahlen anstanden und andererseits wegen der Corona-Pandemie die Jahresberichte deutlich kürzer ausfielen als üblich.

„Nach so langer Zeit haben wir es uns wirklich verdient, mal wieder bei einander zu sitzen“, begrüßte beim Graben die Mitglieder in der Wassermühle Heiligenthal. Im Jahr 2020 sei nicht viel passiert, erklärte beim Graben und ging dann schnell zum laufenden Jahr über. Zu Ostern hatte der Vorstand kleine Überraschungspakete an die Mitglieder persönlich verteilt.

„Außerdem haben wir im Sommer eine Werbung im Waldstadion angebracht, um zu zeigen, dass wir uns auch um die Jugend kümmern“, berichtete der Vorsitzende von der ungewöhnlichen Aktion. Im August hatte sich der Ortsverband zusammen mit dem DRK zu einer Informationsfahrt nach Sammatz aufgemacht, wo Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen gemeinsam leben und arbeiten.

Wegen des Umbaus der Bushaltestelle am Schnellenberger Weg hatte man den SoVD um eine Stellungnahme gebeten und dank dieser konnte die Gemeinde Zuschüsse einwerben. Beim Graben dankte seinem Vorstand für das Engagement in der schwierigen Zeit. „Ihr seid alle auf Eurem Gebiet Spitze.“

Für langjährige Treue zum Verein wurden etliche Mitglieder geehrt. Anwesend waren jedoch nur Monika und Wolfgang Krüger sowie

Werner-Georg Rösch, die jeweils seit 25 Jahren Mitglied im SoVD sind und dafür Urkunde, Nadel und eine kleine Aufmerksamkeit erhielten.

Frauensprecherin Hannelore Ortstein machte die anwesenden Damen auf das nächste Frauenfrühstück der Kreisfrauensprecherin am 6. November aufmerksam. „Jede, die teilnehmen möchte, kann sich gern mbei mir melden.“

Zum Schluss der Versammlung überreichte der Vorsitzende seinen Vorstandsdamen Schatzmeisterin Gertraude Schiefelbein und Hannelore Ortstein jeweils einen Blumenstrauß als Dank für ihre andauernde Unterstützung. Schriftführerin Marit Wulf wird der Strauß nachgereicht – sie war im Urlaub.

Leben in der Hofgemeinschaft in SammatzMit Freunden leben und arbeiten

Wer sich mit sozialer Gerechtigkeit und sozialer Kälte auseinandersetzt, kommt irgendwann zwangsläufig auch zu alternativen Lebenskonzepten im Sinne von Mehrgenerationenhäusern, Inklusion und ökologisches Leben. Der SoVD Gellersen wollte so ein alternatives Lebenskonzept kennenlernen und besuchte deshalb den Michaelshof in Sammatz.

„Vor 36 Jahren haben sich hier vier Familien angesiedelt“, berichtete Hans-Michel Ginter, der eine von zwei Gruppen über das großräumige Gelände führte. „Die Idee war: Mit Freunden zusammen leben und arbeiten.“ Mutig waren sie damals, die Freunde: Das ziemlich herunter gekommene ehemalige Kinderheim musste komplett saniert werden und dabei hatten die vier Familien gerade mal Geld für zwei Monate Pacht.

Heute ist aus dem einen Gebäude eine Vielzahl geworden und die Projekte des Hofes sind so breit gefächert, dass man sie bei einer Halbtagesführung kaum alle kennenlernen kann. 250 Menschen leben und arbeiten hier, darunter auch Jugendliche mit Behinderungen, soziale auffällige junge Leute und junge Menschen aus allen Nationen. Sie alle leben und arbeiten hier gemeinsam. „Sie sind komplett integriert, denn sie elben in Wohngruppen, die im ganzen Dorf verteilt sind“, erläutert Ginter.

Etwa 2010 begannen die Michaelshofer die Landschaft rund um ihre Domizile zu Gärten zu entwickeln. Überall sind die Anlagen ganz aus der Form der Landschaft heraus gestaltet, den erstaunlich hügeligen Endmoränen, die sich unmittelbar an die Elbtalaue anschließen und diese Gegend Norddeutschlands so einmalig machen. Derzeit sind es acht Themengärten von Rosen bis hin zu Heilkräutern. Vom Gärtnern zum ökologisch angebauten Gemüse und artgerecht gehaltenen Tieren ist es nicht weit. Deshalb startete vor sechs Jahren auch der Archehof. „Die Tiere und die Gärten sind für uns auch therapeutische Helfer“, machte Ginter deutlich. Bis heute gilt für alle Menschen auf dem Michaelshof: Mit Freunden zusammen leben und arbeiten. Mehr Infos auch unter michaelshof-sammatz.de/blog/


SoVD-Werbung mal ganz anders

Der SoVD-Gellersen will zeigen, dass er sich nicht nur um die ältere Generation, sondern auch um die Jugend kümmert. Deshalb hat der Vorstand eine Bandenwerbung auf dem Heidberg und Banner an zentralen Plätzen der Gliedgemeinden aufgestellt.

Der Ortsverband Gellersen wünscht seinem TSV-Landligisten viel Erfolg im Klassenerhalt für den Start in eine hoffentlich pandemiefreie Saison und bedankt sich herzlich bei Ole Johst und Marcel Wulf für die Unterstützung zur Installation der Bandenwerbung.